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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Bukowina, Band 20
Seite - 339 -
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339 der Bukowina eine Ortschaft rund 170 Häuser und 900 Einwohner; es kommen demnach auf ein Haus kaum mehr als 5 Personen, eine Zahl, welche gegenüber anderen Provinzen klein ist und sich selbst in der Landeshauptstadt, infolge ihrer rein bäuerlich gebliebenen Vorstädte, auf nicht mehr als 10 Personen erhöht. Die einzelnen Ortschaften liegen im Hügel- und Flachlande, soweit es thunlich, an südlichen Abhängen oder in den Thalmulden der kleineren, häufig tief in das Terrain eingeschnittenen Wasserläufe, im Gebirge aber in den Haupt- und Seitenthälern. Mit der Vergrößerung der Siedlungen mußten zahlreiche, neu hinzugekommene Gehöfte allerdings, namentlich in coupirten Gegenden, mit einer in Bezug auf die Witterungs- einflüsse ungünstigeren Lage vorlieb nehmen. Im gebirgigen Theile des Landes befinden sich einzelne Wirthschaften, hauptsächlich behufs Ausnützung der Weideflächen, ferner Sennhütten, sowie Wohnungen der Holzarbeiter und Köhler auf den Hängen und, weit vom Thale entfernt, auf den Höhen und in den Wäldern. Ehedem waren auch, der Sicherheit wegen, schwer zugängliche Orte und Schluchten zur Errichtung einzelner Wohnhäuser beliebt. Abgesehen von den neu angelegten Colonien grnppiren sich die Häuser oder Hof- stätten in den Dörfern im Allgemeinen mosaik- oder bienenzellenartig — gewissermaßen im Rudel — nebeneinander, in der Weise, daß rund um das Anwesen, oder doch an mehreren Seiten desselben, ein Dorfweg verbleibt. Nur auf ebenem Boden nähert sich die Grundform der einzelnen Wohnsitze einem Rechtecke; auf abschüssigem, und namentlich aus dem nicht selten vorkommenden Rutschterrain nehmen sie eine polygonale, oft eine ganz regellose Gestalt an, welche sich aus der Configuration des Bodens und wohl auch aus der wechselnden Güte desselben ergibt. Für die Cultur minder geeignetes Terrain bleibt als Hutweide zur allgemeinen Benützung zurück, ebenso der Graswuchs in den Zwickeln und Erweiterungen der zahlreichen, sich unregelmäßig verschlingenden Dorfwege, wovon oft schwer einer als Hauptweg unterschieden werden kann. In jedem Falle besitzt das Dorf eine große, ehemals außerhalb desselben gelegene, nun aber schon mit neu angelegten Anwesen häufig umsäumte und hiedurch verkleinerte Hutweide, die gewöhnlich mittels Graben und Wall eingefriedet erscheint. Brunnen, zumeist für den allgemeinen Gebrauch bestimmt, sind nur etliche im Orte vorhanden. In engen Gebirgsthälern ist die beschriebene, als Gruppendorf bekannte Ortsanlage des Hügel- und Flachlandes wesentlich dieselbe, nur erscheint hier das Dorf gestreckter, das heißt als Längendorf, ohne aber, selbst auch nicht in seinem, in der Thalsohle liegenden Theile, zum Reihen- oder Gassendorf zu werden. Die zuletzt genannte Form ist lediglich in den neuen Colonien, sowie zum Theile in neueren, längs bestehender Straßen sich hinziehenden Dorferweiterungen anzutreffen. 22*
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Bukowina, Band 20
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Bukowina
Band
20
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1899
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.14 x 21.77 cm
Seiten
546
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
Kronprinzenwerk deutsch
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