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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Bukowina, Volume 20
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Page - 418 - in Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Bukowina, Volume 20

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418 Die Klöster, welche wir an erster Stelle behandeln, stellen gleichzeitig auch das beste Verbindungsglied zwischen Schloß- und Kirchenbauten her, denn anch die Klöster waren im Allgemeinen befestigte Plätze. Gleichwie man im Alterthume die geheiligten Stätten nnd Tempel an möglichst gesicherten Orten anlegte, sie wohl auch mit starken Mauern und Vertheidigungsthürmen nmgab, so schützte auch das Christenthum sein Gotteshans — im Oeeident namentlich in den unruhigen Zeiten des Mittelalters — gegen feindliche Überfälle. Im Orient hatte das Christenthum von jeher die erbittertsten Verfolgungen zu leiden; aber nur um so härter im Kampfe und widerstandsfähiger wnrde es. Um der Beschanlichkeit ungestört nachhängen zu können und den Verfolgungen aufs beste zu entgehen, suchten die Anhänger der neuen Lehre die unwirthlichsten Gegenden als sichere Verstecke auf. Derart entwickelte sich mehr und mehr das Einsiedler- und Mönchsleben. Die ältesten Klöster nnd Kirchen erscheinen in Serbien, Griechenland, am Balkan, in Kleinasien, namentlich anch in Armenien nnd Georgien auf felsigen, schwer zugänglichen Höhen oder in engen Schluchten errichtet. Ganz ans dieselbe Weise entwickelte sich das Christenthum in den Donanfürsten- thümern, einschließlich der Bukowina, in welch' letzterem Gebiete es wohl erst zu Beginn des XIII. Jahrhunderts Eingang fand. Auch hier gelangte das Klosterleben überall zu hoher Blüte, dann allerdings zu eiuer gewissen Verwilderung; es entstanden so viele Klöster, sowohl für Möuche, als für Nonnen, daß die weitaus größere Zahl dieser Anstalten, uud zwar in der Bukowina im Jahre 1785 36 von 40, in Rumänien aber seit dem Jahre 1864 ungefähr die Hälfte der sich auf rund 300 belaufenden Klöster und klösterlichen Einsiedeleien (seintun) aufgehoben wurde. Bei vielen Klostergründungen knüpft die Sage an fromme Einsiedler an. Als Beispiel sei das im oberen Thale der Woronetz gelegene ehemalige Kloster gleichen Namens erwähnt, das der Fürst der Moldau, Stesau der Große, im Jahre 1488 auf die Bitte des Eremiten Daniel gegründet haben soll. Dieser Einsiedler, der erste Jgumeu oder Klostervorsteher in Woronetz, an einer Außenwand der Klosterkirche abgebildet und noch jetzt beim Volke sehr verehrt, soll ehedem in einer ans dem Felsen gehauenen Zelle am AbHange des nahen Falkensteins gelebt haben. Eine ähnliche Felsenwohnnng, die sogenannte Lkilie in peaträ, welche vollständig die Form der griechisch-orientalischen Kirchen mit Prouaos, Naos und Sanctnarinm, sowie einige der nie fehlenden Wand- nischen und, ein Stockwerk nnter dieser Anlage, eine Zelle besitzt, liegt im Pntnathale unweit des heutigen Klosters Putua. Es gibt ferner eine Anzahl entlegener Gegenden im Gebirge, welche noch jetzt den Namen „Einsiedelei" ^ukustriu) führen: so die kleine Erweiterung im oberen engen Pntnathale, etwa drei Kilometer vom Dorfe Pntna entfernt,
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Bukowina, Volume 20
Title
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Subtitle
Bukowina
Volume
20
Editor
Erzherzog Rudolf
Publisher
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Location
Wien
Date
1899
Language
German
License
PD
Size
15.14 x 21.77 cm
Pages
546
Keywords
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Categories
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