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stimmt völlig mit dem überein, was hierüber das Handbuch enthält. Wir können
deshalb mit Sicherheit annehmen, daß sich entweder die Künstler der hiesigen Malereien
in der Kunstschule am Athos ausbildeten oder, was wahrscheinlicher ist, daß Mönche vom
Athos selbst die Durchführung der Ausmalung hiesiger Kirchen übernahmen und bei dieser
Gelegenheit vielleicht einheimische als Hilfskräfte verwendete Mönche in der Malerei
unterrichteten. Inschriften auf Fresken im griechisch-orientalischen ehemaligen Kloster Skit-
mare in Pokntien enthalten wiederholt Hinweise auf den heiligen Athosberg.
Ähnliches gilt wohl auch in Bezug auf die Tafelbilder, welche, weil selten signirt,
oft schwieriger als die Wandmalereien zu datiren sind. Die Kirche zum heiligen Johann
dem Täufer in Snezawa besitzt ein kleines Tafelbild mit griechischen Inschriften,
das wohl unstreitig von einem griechischen Maler stammt; in Radantz befindet sich ein
aus dem Kloster Skit-mare herrührendes Bild, auf dessen Rückseite zu lesen ist: „Dieses
Bildniß des heiligen Vaters Nikolai gehört der Kirche in Skit-mare, wo es durch
den Priestermönch Job, den Maler, erneuert wurde im Jahre Christi Geburt 1698, im
Monat August, in den Tagen des Jgnmens, des Baters Sosronie". Auf der Vorderseite
trägt es die kirchenslavische Inschrift: „Dieses Bild ward in der Metropolie Radautz
unter Bischof Hr. Pachomie im Jahre 1504 im Monate November 18 mit Silber
beschlagen". Ein hübsches Bild, der thronende Christus in der Kirche zu Petrontz, trägt
in kirchenslavischen Lettern folgende rumänische Inschrift: „Radnl, Maler, hat's
überarbeitet, 1802". Von den Ikonostasen, von denen beispielsweise jene in Mamajestie
auf einem Bilde die Jahreszahl 1760 und „Mathei Dunajewski, Maler aus Lemberg"
trägt, stammen viele aus jüngerer Zeit; ihre Bilder, manchmal wohl älter als die Bilder-
wand, besitzen im Allgemeinen keinen großen Kunstwerth. Daß die alte Kunst überhaupt
im XVIII. Jahrhundert hier vollständig zurückging, ist zweifellos; gleichwohl findet man
auch recht bemerkenswerthe, allerdings wohl fremde Leistungen. Von solchen sind die
Bilder der Haupt-Jkouostasis aus Suezawitza hervorzuheben, sowie jene der allerdings erst
ans dem Jahre 1805 stammenden, im Prouaos befindlichen Neben-Bilderwand. Von
älteren Bildern erwähnen wir einzelne in noch bestehenden Ikonostasen befindliche oder vvu
früheren Bilderwänden herrührende, und zwar: in der Kirche zu Czumorna (früher zu
Kimpolung); iu der Kirche zu Stobodzia Komarestie (früher zu Rewua), beziehungsweise
aus der Pfarrkirche zn Putua; aus der alten Kirche zu Zastavua u. f. w.; ein großes Bild
in der Vorhalle zu Dragomirna, Christus auf dem Throne mit der drastischen Darstellung
des Himmels und der Hölle; ein dermalen auf dem Corridor des Klosters Dragomirna
befindliches großes Bild; zahlreiche Porträts von einzelnen Fürsten, Bischöfen oder Kloster-
vorstehern, welche wohl vielfach spätere Copien sind zc. Die werthvollsten Gemälde dürften
indeß die im Refektorium des Klosters Suezawitza depouirten, angeblich von der alten
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Bukowina, Volume 20
- Title
- Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
- Subtitle
- Bukowina
- Volume
- 20
- Editor
- Erzherzog Rudolf
- Publisher
- k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
- Location
- Wien
- Date
- 1899
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 15.14 x 21.77 cm
- Pages
- 546
- Keywords
- Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
- Categories
- Kronprinzenwerk deutsch