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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Bukowina, Volume 20
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520 Die österreichische Verwaltung hat gleich im Beginne ihrer Thätigkeit alles auf- geboten, um in der neuerworbenen, unter der langjährigen türkischen Herrschaft ver- wahrlosten Provinz westländische Cultur einzubürgern und die reichen natürlichen Hilfsquellen derselben zu erschließen. Planmäßig, verständnißvoll, mit Anknüpfung an bestehende Verhältnisse und mit gebotener Schonung der nationalen und confefsionellen Eigenthümlichkeiten der Bevölkerung wurde vorgegangen und die erzielten Erfolge erweckten die besten Hoffnungen. Allmälig entstanden neue Industrien. In erster Reihe ist die Branntweinerzeugung zu erwähnen. Im Zusammenhange mit derselben entwickelte sich die im Großen betriebene Viehmastuug, deren Erzeugnisse auf den Wiener und Olmützer Markt gebracht wurden. Die Mastochsen wurden in kurzen Stationen dahin getrieben, was fünf bis sechs Wochen dauerte. Heute brauchen dieselben nicht einmal soviel Tage, um nach Wien zu gelangen. Auch die Bierbrauerei hatte rasche Fortschritte gemacht, denn man zählte 1844 bereits 19 Brauhäuser. Sehr rasch vermehrten sich auch die Getreidemühlen. 26 Walkmühlen richteten in noch sehr primitiver Art das grobe Halinatnch für die Bekleidung der bäuerlichen Bevölkerung zu. Eine langsame Entwicklung zeigte die Sägeindustrie. 1814 gab es erst fünf Säge- mühlen, im Jahre 1834 freilich bereits 29; dieselben waren jedoch so wenig leistungs- fähig, daß es in dem so holzreichen Lande mitunter an dem erforderlichen Schnittmaterial mangelte. Noch immer fand das Holz seine wichtigste industrielle Verwerthung in der Pottaschesiederei. 1814 zählte man 24 solcher Betriebe, welche an die Glashütten zu Ezudyn, Krasna und Fürstenthal (jene in Karlsberg wurde 1827 aufgelassen) einen Theil ihrer Erzeugnisse abgaben. Ein namhaftes Quantum Pottasche wurde nach Brody, Biala, Prag und Breslau exportirt. Das Kleingewerbe lebte allmälig wieder auf. Zu Beginn des Jahrhundertes hauptsächlich auf die Städte beschränkt, breitete es sich nach und nach auch in den Marktorten und größeren Dorfgemeinden aus. Durch die im Jahre 1804 geschaffenen Zünfte wurden deutsche Sitten und Gebräuche in das Land verpflanzt, sie hielten gute Zucht unter den Gesellen und Lehrlingen und die Handwerks- meister erfreuten sich hinsichtlich ihrer Leistungen und ihrer Solidität des besten Rufes. Der Bergbau, der aus sehr vereinzelten und unbedeutenden Anfängen in den drei ersten Jahrzehnten unseres Jahrhundertes zu ansehnlicher Entwicklung gelangte, legte den Grund zu einer Metallindustrie. So entstanden das Hammerwerk in Manzthal, Zeughämmer in Wama, Bukschoia, Jakobeny und Kimpolung, die, mit Wasserkraft betrieben, landesübliche Zeugwaaren, speciell Acker- und Gartengeräthe, erzeugten. Mit der gesteigerten landwirthschaftlichen, montanistischen, industriellen und gewerblichen Produetion ging eine stetig fortschreitende Verbesserung und Vermehrung der Eommunieationen und eine bedeutende Ausdehnung derHandelsthätigkeit Hand in Hand.
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Bukowina, Volume 20
Title
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Subtitle
Bukowina
Volume
20
Editor
Erzherzog Rudolf
Publisher
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Location
Wien
Date
1899
Language
German
License
PD
Size
15.14 x 21.77 cm
Pages
546
Keywords
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Categories
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