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aus der Zeit Sigismunds und einer hübschen griechisch-katholischen, deren hoher Thurm
weithin sichtbar ist. Diese rumänisirte Ortschaft wurde im Jahre 1408 durch den
Nagybänyaer Bürger Johann Omechin dem von der Stadt Nagybänya erhaltenen
St. Nicolausspital geschenkt; jetzt gehört sie als Geschenk Leopolds I. den Nagybänyaer
Minoriten, die aus dem hiesigen Einkommen bei ihrem Ordenshause ein Pflegehaus für
sechs alte Frauen erhalten.
In der waldigen, hügeligen Gegend südlich der Bergstädte und bis Kapnikbänya
hinauf ist die Bevölkerung größtentheils rumänisch. In den kleinen Dörfern erregen
höchstens die den rumänischen und ruthenischen Gegenden eigenen Holzkirchen Interesse.
In der Nähe von Laezfalu, wo in neuerer Zeit eine griechisch-katholische Kirche aus
Stein mit großer Kuppel erbaut wurde, besitzt das Ärar das einfach, aber hübsch ein-
gerichtete Bad Bajfaln.
Das einst als besonderes Comitat fignrirende Kövarvidök (Kövärer District)
wird durch die Bäche Läpos, Kapnik und Berßö in Thäler gegliedert und durch die
Ebene, wo der Läpos in den Szamos fällt, mit dem Szatmärer Flachland verbunden.
Sein einstiger Hauptort, die Burg Kövär (Steinburg) erhob sich auf 407 Meter hohem
Berge, in dem Engthale, das der Oberlauf des Läpos durchzieht. In dem stolzen Adler-
horst, der zur Zeit Ludwigs des Großen erbaut war, hausten bis nach der Mohäeser
Schlacht die Drägfi, magyarisirte Nachkommen des walachischen Wojwoden Dräg. Nach
dem Aussterben der Familie Drägfi fielen Burg und Herrschaft an König Johann,
dann an die Fürsten von Siebenbürgen. Michael Apaffy gab es als Pfand dem Michael
Teleki. Um diese Zeit wurde der Bezirk Kövarvidek in die Reihe der siebenbürgischen
Comitats-Municipio aufgenommen; das Amt des Obergespans wurde unter dem
Titel Obercapitän vom Anfang an mit seltenen Ausnahmen von Mitgliedern des
gräflichen Hauses Teleki bekleidet. Als Franz Räköczi II. in seinem Freiheitskriege
unterlegen war, wurde die Burg 1713 durch General Rabntin, Militärcommandanten
von Siebenbürgen, zerstört; jetzt sind kaum mehr einige Trümmer von ihr vorhanden,
Bezirkssitz wurde sodann Nagy-Somknt. Dieser kleine Flecken am Berßö, mit
1300 rumänischen und etwa 1000 magyarischen Bewohnern hat Zukunft, da er als
Endpunkt der Gilväes-Nagy-Somkuter Flügelbahn und kaum eine halbe Stunde von der
Station Hosßusalu der Nagybänya-Zsliböer Eisenbahn entfernt, nach zwei Richtungen mit
dem großen Verkehr verbunden ist. In den Dörfern der Berg- und Hügelgegend um
Nagy-Somkut und auf der Ebene zwischen dem Szamos und Läpos wohnen meistens
Rumänen; die resormirten magyarischen Gemeinden Säros-Magyar-Berkeß,
Katal infalva und Koltö sind inselgleich zwischen sie eingekeilt. Der Läpo
arbeitet sich bei Sznrdnk-Käpolnok aus den Bergen heraus und begegnet alsbald dem
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Ungarn (6), Volume 21
- Title
- Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
- Subtitle
- Ungarn (6)
- Volume
- 21
- Editor
- Erzherzog Rudolf
- Publisher
- k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
- Location
- Wien
- Date
- 1900
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 15.25 x 21.79 cm
- Pages
- 500
- Keywords
- Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
- Categories
- Kronprinzenwerk deutsch