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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Bosnien und Herzegowina, Volume 22
Page - 168 -
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Page - 168 - in Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Bosnien und Herzegowina, Volume 22

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168 römischen Verwaltung. Sie schonte die hergebrachten Gewohnheiten. Sitten, Anschauungen und Empfiudungen und überließ es der Macht ihrer höheren Cultur und der nivellirenden Zeit, aus den Jllyriern und Kelten Römer zu machen. Und man kann behaupten, daß jene sich am Ausgange der Kaiserzeit als solche ebenso fühlten wie etwa die Britannen. Wie dieser Umwandlnngsproceß vor sich ging, sei hier nur an dem Capitel „Religionsgeschichte" kurz dargethan. Als die Römer einmarschirten, fanden sie eine große Anzahl loealer Gottheiten im Lande vor. Sie ließen ihren Cult uneingeschränkt fortbestehen; duldeten ihn nicht blos bei Bauern und Bürgern, sondern hatten auch nichts dagegen, daß diejenigen ihm weiter anhingen, die als Soldaten und Beamte in die herrschende Nation aufgenommen wurden. Ja, sie gingen in ihrer polytheistischen Weitherzigkeit so weit, daß sie selbst nicht selten den Landesgottheiten durch Stiftungen ihre Verehrung bezeigten. Nach und nach lernten die Einheimischen den griechisch-römischen Olymp kennen; sie fanden in ihm ihren Göttern wesensähnliche Gestalten, fingen an, sie zu identifieiren und die alten auch mit den neuen Namen zu benennen. So entstand nnter anderem bei Bihae die Gleichung Bindns — Neptuuus. In den Fällen, wo keine Verwandtschaft herausgefunden werden konnte, latinisirte man wenigstens die Namen. Ein solcher den neuen Verhältnissen angepaßter Gott ist der in Zupanjae verehrte Armatns. Eine schwer entwirrbare Mischung und Kreuzung der verschiedenen Glaubenssätze, Mythen und Verehrungsformen mußte die Folge sein. Mit den Menschen assimilirte und romanisirte sich auch der Himmel. Er wurde allgemach ohne jedwedes ofsicielles Eingreifen so römisch, daß die ererbten Götternamen zum großeu Theil verschwanden und nur die importirten sich erhielten. Wir wissen, daß so mancher römisch benannten Gottheit, wie Silvanus, Diana, Liber, Libera, eine epichorische entspricht; wie diese aber geheißen hat, fragen wir ihre sehr zahlreichen Monumente vergebens. Wenig Anklang fanden dagegen im alten Bosnien die orientalischen Gottheiten: Mithras, Jupiter Dolichenns, Isis, Serapis n. f. w.; die Monumente, die ihnen im Lande gewidmet wurden, rühren von Eingewanderten her. Das wichtigste derselben ist das Mithräum von Konjica, das mit seiner Darstellung der Communion der Mithras- gläubigen und der Art der Theilnahme der einzelnen Mystengrade an derselben bis jetzt kein Analogon im ganzen Imperium klomavum hat. Von handwerksmäßiger Arbeit, wie überhaupt die meisten unserer Denkmale, gewährt es tiefere Einblicke in diesen Geheim- dienst, als viele der künstlerisch am höchsten stehende Monumente dieser Classe. Denkmäler des Mittelalters. Die Völkermasseu, welche seit dem IV. Jahrhundert Europa überfluteten und sich auch über Bosnien verbreiteten, erkennt die Nachwelt hier nur au dem furchtbaren
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Bosnien und Herzegowina, Volume 22
Title
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Subtitle
Bosnien und Herzegowina
Volume
22
Editor
Erzherzog Rudolf
Publisher
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Location
Wien
Date
1901
Language
German
License
PD
Size
15.34 x 22.94 cm
Pages
536
Keywords
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Categories
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