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Die Heiligen: Agape, Chionia,
und ihre Gefährtinnm.
(Am 3. April.)
Unter dem nämlichen Statthalter Dulzctius, dessen in der vor?
angehenden Geschichte erwähnt wurde, haben auch die Schwe-
stern Agape, Chionia, Irene und einige andere, die Martcrkrone er?
kämpft.
Die drei Schwestern stammten von heidnischen Eltern aus
Thcssalonich ab. In früher Jugend gelangten sie zur Erkenntniß
des Christenthums, dem sie von Herzen anhingen. Fest war ihr
Glaube an Jesum Christum, den Gekreuzigten; lebendig und thätig
ihre Liebe. AIs die diokletianische Verfolgung ausbrach, suchten sie
sich verborgen zu halten, und mit der größten Sorge waren sie be-
müht, die heiligen Bücher der Christen dcr zerstörenden Wuth der
Verfolger zu entziehen. Sie wurden entdeckt, auf Verfügung des
Beamten Cassander ergriffen, und vor das Gericht des Statthalters
Dulzetius geliefert.
Als sie dem Statthalter vorgestellt waren, befahl er die schrift-
liche Anklage, die Cassandcr mitgeschickt hatte, laut abzulesen. Der
Schreiber Artemisius that es. Die Klage lautete so: „Ich schicke
Eurer Hoheit sechs christliche Frauenäpersonen und einen
welche von dem, den Göttern geopferten, Fleische zu efsen sich
weigert haben. Die Frauen nennen sich: Agapc, Chionia,
Casia, Philippa, Eutychia; der Mann, welcher sich bei ihnen befin-
det, heißt Agathon." Mit Ungestüm fuhr Dulzetius die Weiber
an: „ Ihr Unsinnigen! Wie getraut ihr euch den Befehlen unserer
gottseligen Kaiser zu widersetzen !" Zu Agathon sich wendend,
sprach er: „Warum willst du nicht, wie and'cre Unterthanen des
Reiches, geopfertes Fleisch essen?'- Agathon erwiederte: „Weil ich
ci>i Christ bin." „Beharrest du auch gegenwärtig noch auf deinem
Bekenntnisse?" fragte Dulzetius, und Agathon antwortete: „Ja."
Jener kehrte sich wieder zu den Frauenspersonen, und sprach zu
Agape: «Wie bist du gesonnen? Agape!" Diese versetzte: „Ich
glaube an den lebendigen Gott, und werde durch eine böse That
mein Gewissen nicht beschweren." „Was sagst du hiezu?" fragte
er die Chionia, welche antwortete: „Weil ich an den lebendigen
Gott glaube, habe ich nicht gethan, was du verlangest." Zu Irene
sagte er: „Welches ist deine Gesinnung? warum hast du den Be-
fehlen unserer ruhmwürdigen Kaiser zu gehorchen dich geweigert?"
„Weil ich fürchtete, Gott zu beleidigen," erwiederte Irene. Auf die
gleiche Frage des Statthalters antwortete Casia: „Ich will meine
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Volume 1
- Title
- Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
- Subtitle
- Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
- Volume
- 1
- Author
- Anton Mätzler
- Publisher
- Landshut Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 1840
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 9.8 x 16.9 cm
- Pages
- 900
- Keywords
- Kirche, Gott, Glaube, Religion
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen