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Der heilige Willehadus, Bischof zu Bremen,
und Glaubensprediger in Sachsen.
(Am 22. Dezember.)
Die Sachsen waren bis in die zweite Hälfte des achten Jahr?
Hunderts eine wegen ihrer Herzhaftigkeit sowohl, als wegen ihrer
Wildheit sehr gefürchtete Nation. Sie fröhnten dem Hcidenthume,
und lebten nach alt deutschen Grundsätzen, nach denen das Rauben
und Morden, wenn es außer Landes geschah, nichts Unerlaubtes
war. Ihr größtes Heiligthum war die Irminsäule, von der man
aber nicht bestimmt sagen kann, was sie gewesen sey. Karl, nach-
mals der Große genannt, der durch den im Jahre 771 erfolgten
Tod seines Bruders Karlmanu Meister von der ganzen fränkischen
Monarchie geworden war, überzog im Jahre 772 seine unruhigen
Nachbarn, die Sachsen, mit Krieg, eroberte Ehresburg, zerstörte
dic Irminsäule, und rückte vor bis an die Weser, wo sie sich mit
ihm verglichen, und zwölf Geisel auslieferten. Die kriegerische Na:
tion empörte sich indeffen noch mehrrnal gegen Karl, wodurch dieser
genöthiget wurde, wiederholte Kriegszüge gegen sie zu unternehmen.
Durch die Bcsiegung der Sachsen ward dem Christenthums, der
Eingang in dieses Land eröffnet. Karl ließ sich die Einführung des;
selben sehr am Herzen liegen, in der Ueberzeugung, daß nur durch
den christlichen Glauben so wilde Gemüther jemals zu bändigen wä-
ren. Das größte Verdienst in der Bekehrung der Sachsen erwarben
sich Sturmius, der Abt von Fulda, und der heilige Willehadus.
Dieser war in Northumberland, einer Provinz Englands geboren.
Er genoß eine fromme Erziehung, widmete sich mit großem Eifer
den geistlichen Wissenschaften, und wurde, ausgezeichnet durch Kennt-
nisse und Tugend, zum Priester geweiht. Als er hörte, daß an der
Bekehrung der Friesen und der Sachsen von apostolischen Männern
gearbeitet werde, ward er entstammt von dem Verlangen, an dem
gottseligen Werke Theil zu nehmen. Er verließ, nachdem er von
dem Könige Alchred, und von seinen geistlichen Obern die Erlaubniß
hiezu erlangt hatte, um das Jahr 770 sein Waterland, und kam
nach Dokum in Frießland, wo der heilige Bonifacius den Marter-
tod erduldet hatte. Er wurde von den Gläubigen, die in dieser
Gegend sich befanden, sehr gut aufgenommen, hielt sich unter ihnen
längere Zeit auf, und verkündigte mit großem Eifer das göttliche
Wort. Viele Vornehme übergaben ihm ihre Söhne, damit er durch
christliche Unterweisung und durch das Vorbild seines Wandels sie
zur wahren Gottseligkeit leite. Er führte die Irrgläubigen in den
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Volume 2
- Title
- Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
- Subtitle
- Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
- Volume
- 2
- Author
- Anton Mätzler
- Publisher
- Landshut Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 1840
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 9.8 x 16.9 cm
- Pages
- 982
- Keywords
- Kirche, Gott, Glaube, Religion
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen