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Das eilfte, zwölfte und dreizehnte Jahrhundert. 325
Eduard von England, Canut von Dänemark; im zwölften der Erzherzog
Leopold von Oesterreich; im dreizehnten der König Ludwig von Frank:
reich, Ferdinand von Kastilien u. a. In deren fruchtbaren Zeiten
wirkten als auserwählte Gefäße des Herrn Romualdus, Gerardus,
Leo IX., Petrus Damiani, Johannes Gualbertus, Altmann, Benno,
Ansclmus, Norbertus, Hugo, Bernardus, Bonaventura, Dominikus,
Franziskus, Thomas, und viele andere.
Wenn man demnach diese Jahrhunderte unter die nächtlichen
und finstern zahlt, so vergesse man nicht, daß man in frisch heitern
Nächten ohne Zweifel mehr Sterne sieht, als am Tage, und als in
allzuhell aufgeklärten Jahrhunderten. Je allgemeiner der Weltgeist
herrschte, und sich darstellte in der allverderbenden Lust, zu haben,
zu glänzen und zu gcnicßcn, dcsto mehr beeiferten sich die auser:
wählten Werkzeuge Gottes, an sich selbst offenbar werden zu lassen,
und Andern einzupflanzen den Geist Christi, der da ist ein Geist der
Selbstverlaugnung, der Zurückgezogenheit, des Gehorsames, der Ar:
muth, der Reinigkeit, der Demuth und der Mäßigung jeder sinn:
lichen Begierde. Dieser Eifer hatte im zwölften und dreizehnten
Jahrhunderte zur Folge die Verbesserung der vorhandenen, und die
Stiftung neuer Mönchsorden. Die Verbcsserer und die Stifter, ein
Bcrnardus, ein Norbertus, ein Dominikus, ein Franziskus u. a.
waren ritterliche Kämpfer für ein himmlisches Vaterland. Sie, oder
vielmehr die Hoheit und Kraft Christi in ihnen, beherrschten ihre
Zeit, d. i. die Bessern ihrer Zeitgenossen, als Väter der Fürsten und
Völker, und als Stifter und Hirten geistlicher Gemeinden, in denen
die innerliche Herrlichkeit des Christenthums zur vollen Blüthe sich
entfaltete. Stoßen wir uns an manchen Eigenthümlichkeiten diescr
großen Männer, so übersehen wir, daß jede Zeit und jedes Men:
schenalter ihre Eigenthümlichkeiten haben.
Eine merkwürdige Erscheinung in dieser Epoche sind die Kreuz:
züge. Die Christen Wallfahrteten sehr häufig nach Palästina, die
heiligen Orte zu besuchen, wo Christus gelitten hat und gestorben
ist. Vielfältig wurden die früher bestandenen Kirchenbußen in Wall-
fahrten verwandelt. Die Araber, weiche in Palästina herrschten,
behandelten die christlichen Pilgrime sehr nachsichtig. Nach und nach
wurden sie doch auf dieselben, da so viele nach Palästina kamen,
aufmerksam, schränkten sie auf verschiedene Weise ein, und erhoben
Schätzungen von ihnen. Noch härter wurden die Christen im Mor-
genlande, und die christlichen Wallfahrter, die dahin kamen, von
den Selzukcn behandelt. Diejenigen, welche aus Palästina zurück-
kehrten, schilderten das Schicksal der morgenländischen Christen,
welche unter dem Joche der Araber und der Selzuken seufzten, mit
den lebhaftesten Farben, wodurch sie bei den abendlandischen Christen
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Volume 2
- Title
- Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
- Subtitle
- Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
- Volume
- 2
- Author
- Anton Mätzler
- Publisher
- Landshut Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 1840
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 9.8 x 16.9 cm
- Pages
- 982
- Keywords
- Kirche, Gott, Glaube, Religion
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen