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402 Die Heiligen: Felix v. Valois und Johann d. Matha.
berstaaten. Spanien und Portugal seufzten großen Theils immer
noch unter der Herrschast der Sarazenen. Die ganze südliche, am
mittelländischen Meere gelegene Gegend dieser Reiche, namentlich:
Valencia, Murcia, Granada, Andalusien, Algardien und andere fühl-
ten schwer das harte Joch der Bothmäßigkeit derselben. Bei den
fortwährenden Kriegen, welche gegen sie geführt wurden, und bei
verschiedenen andern Gelegenheiten kamen Christen, jeden Standes,
Alters und Geschlechtes in ihre Gefangenschaft, in der sie fast im-
mer ihr Leben qualvoll zubringen, und vollenden mußten, wenn sie
nicht durch schweres Geld losgekauft wurden. Zu diesem Werke der
Liebe, nämlich zur Auslösung der in sarazenischer Gefangenschaft
schmachtenden Gläubigen verbanden sich, und stifteten einen eigenen
Orden, der heilige Felix von Valois, und der heilige Johann von
Matha.
Felix scheint den Beinamen „von Valois" erhalten zu haben,
weil er in der französischen Provinz Valois geboren wurde. In der Ge-
schichte seiner Jugend wird vorzüglich seine edle Wohlthätigkeit ge-
gen die Armen gerühmt. Man konnte ihm, da er noch ein Knabe
war, kein größeres Vergnügen machen, als wenn man ihm Geld
gab, um es unter die Armen auszutheilen. Oft brach er sich am
Tische seiner Eltern von der Mahlzeit etwas ab, und schickte eS
dürftigen Kindern zu, um sie damit zu speisen. Das Nämliche that
er auch mit verschiedenen Geschenken, die er von seinen Freunden
und Verwandten erhalten hatte. Ja er zog mchrmal seine Kleider
aus, und bedeckte mit selben die Blöße derjenigen, die ihm auf der
Straße halb nackt begegneten. Durch solche Liebcswerke gewöhnte
er sich in der Jugend schon an jene Mildthätigkeit gegen seine Ne-
benmcnschen, die ihn würdig machte, von der Vorsehung zum vor-
züglichen Werkzeuge großer Licbeswerke auserkoren zu werden. Er
verließ, nachdem er zum Manne herangewachsen war, die Welt, und
begab sich in einen dunklen Wald unweit Gandalu, in dem Kirchen:
sprengel von Meaux, wo er ein wahrhaft englisches Leben führte,
und bald den Ruf großer Heiligkeit erlangte.
Johann von Matha wurde im Jahre 1160 in dem kleinen
Flecken Faucon, in der Provence, von adeligen Eltern geboren, am
Gedä'chtnißtage des heiligen Johannes des Täufers, von dem er sei:
nen Namen erhielt. In seiner frühesten Jugend schon zeigten sich
bei ihm Spuren eines frommen und edlen Gemüthes. Zwölf Jahre
alt kam er nach Air, wo er sich mit großem Erfolge den Wissen-
schaften widmete, und seinen Iugendsinn auf eine seltene Weise be-
kräftigte. Wie lange er in Aix geblieben sey, läßt sich nicht ange-
ben. Er kehrte in das väterliche Haus zurück mit dem Entschlüsse,
sich nur allein den Uebungen der Gottseligkeit zu widmen. In die:
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Volume 2
- Title
- Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
- Subtitle
- Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
- Volume
- 2
- Author
- Anton Mätzler
- Publisher
- Landshut Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 1840
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 9.8 x 16.9 cm
- Pages
- 982
- Keywords
- Kirche, Gott, Glaube, Religion
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen