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Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres - Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Volume 2
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Am 22. März. 63! ihn seine fromme, sanfte, friedfertige Gemüthsart vor allen Kindern ausgezeichnet habe. Schon frühe arbeitete er gerne und fleißig; doch seine größere Lust war das Gebeth, imd oft verließ der stiUsinnigc Knabe seine Gespielen, um irgendwo allein zu bethen. Mit den, Jahren, wuchs in ihm die Gnade, bewährte sich seine Frömmigkeit, und kräftigte in jeder Tugend dcn Jüngling. Bethen und Arbeiten war sein Tagwerk, und seine Erholung. Ein alter Geschichtschreiber erzählt: „Wenn nach vollendeter Acker- oder Feld- arbeit der späte Abend heimzugehen nöthigte, schlich Nikolaus mei- stens allein hinter den andern Arbeitern einher, machte sich allmäh: lig von scincn Gespanen weg, und, indem diese fortgingen, und sei- ner nicht achteten, oder wenigstens sich nichts merken ließen, begab er sich in einen abgelegenen Ort zum Gebethe, und nachdem er dem Schöpfer Dank gesagt hatte, kam er etwas später nach Hause." Nie sing er etwas Wichtiges an, ohne vorher Gott um seinen Se- gen anzustehen. Noch nicht zwanzig Jahre alt, fastete er nach dem Vorbilde des heiligen Nikolaus von Myra, und dcs heiligen Niko- laus von Tolcntino, zuerst alle Freitage, dann viermal in der Wache. Die ganze 4Utägige Fasten genoß er nichts Warmes, sondern bloß ein wenig,, trockenes Brod, und einige dürre Birnen. Alle, welche jcinc Enthalsamkeit wußten, und gutmeinend hindern, oder wenig- stens mildern wolltcn, wunderten sich nicht wenig, wie er ungeachtet seines Abbruches dennoch stark und wohlgewachsen war, und mehr als jene, die sich schonten, ertragen konnte. Jeden Morgen erweckte er den festen Entschluß, den ganzen Tag das zu thun, was er nach Gottes Willen für das beste hielt. Wenn ihn die Seinigen von seiner gar so strengen Lebensweife liebevoll warnten, antwortete er sanft: „Eb ist ja dem göttlichen Willen so wohlgefällig." Bei sei- ner Strenge war er aber nicht finster, sondern zeigte fortwährend eine liebenswürdige Heiterkeit des Gemüthes, eine stete Freundlichkeit, und ein heißes Verlangen, Jedermann wohlzuthun; so daß Alle ihn liebten, Alle gerne um ihn waren. Nikolaus war drei und zwanzig Jahre alt, als er von seiner Obrigkeit in den Krieg berufen wurde. Er folgte bereitwillig dem Rufe, und hielt den langwierigen Krieg aus. Unerschrocken und tapfer im Kampfe gegen die Feinde, bewies er sich immer sehr scho- nend gegen die Besiegten, und als einen furchtlosen Beschützer der Hilflosen, der Wittwen, und der jungfräulichen Unschuld vor des Siegers Uebermuth. (5r wehrte, so viel möglich, allem Rauben und Plündern, und durch seine Anstrengung blieben sogar im Feindes- lande die milden Stiftungen der Kirchen und Armen unangetastet. Im Jahre 146l) in dem denkwürdigen Ereignisse bei Dießenhofen diente er, theils als Fähndrich, theils als 3>ottmeister über hundert
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Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Volume 2
Title
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Subtitle
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
Volume
2
Author
Anton Mätzler
Publisher
Landshut Verlag
Location
Wien
Date
1840
Language
German
License
PD
Size
9.8 x 16.9 cm
Pages
982
Keywords
Kirche, Gott, Glaube, Religion
Categories
Geschichte Historische Aufzeichnungen
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