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Tanja Grabovac | Religiöser Fundamentalismus und die LGBTIQ-Bewegung in Bosnien und Herzegowina
nicht der Schutz und die Förderung der Menschenrechte, und dass es die
Absicht dieser Veranstaltung (in dieser ersten Phase) ist, LGBT-Leute als
ganz normale, gewöhnliche und friedliche Individuen darzustellen, die
in alle sozialen Prozesse sowohl in der Gegenwart als auch in der Zukunft
einbezogen werden oder sogar Einfluss auf diese haben sollen. Die Wahr-
heit sieht jedoch leider ganz anders aus. EinschlÀgige Statistiken zeigen,
dass die meisten Menschen, die als PĂ€dophile und Menschen, die bereit
sind, Kinder anzugreifen, bezeichnet werden, gleichzeitig auch Men-
schen mit homosexuellen Gewohnheiten oder Menschen sind, die sol-
che Praktiken zumindest gutheiĂen. Lassen Sie sich nicht von Geschich-
ten tÀuschen, dass diese Menschen gewaltfrei und liebevoll sind, denn
die meisten Mitglieder der LGBT-Bevölkerung sind nicht friedlich und
harmlos, wie es in Umgebungen bewiesen wird, in denen es ihnen ge-
lungen ist, ihr âRecht auf freie Liebeâ auszuĂŒben. EinschlĂ€gige Statistiken
zeigen auch, dass LGBT-Personen anfĂ€lliger fĂŒr Drogenkonsum sind und
dass sie hÀufiger an Depressionen und psychiatrischen Störungen leiden
[âŠ]. Diese Menschen sind auch TrĂ€ger vieler Infektionskrankheiten, ob-
wohl auch diese Tatsache durch einige âwissenschaftlicheâ Forschungen
in Frage gestellt und relativiert wird. Die medizinische Forschung in an-
deren LĂ€ndern hat gezeigt, dass 75 Prozent der Menschen mit AIDS und
Syphilis Menschen mit solchen Veranlagungen sind. Wir hoffen, dass das
Bewusstsein aller unserer BĂŒrger auf diesem Stand ist und dass wir in der
Lage sein werden, uns vor den Förderern dieses Ăbels zu schĂŒtzen und zu
verteidigen.â5
Die Perspektive des Fundamentalismus ist oft eine Perspektive des Kamp-
fes zwischen Gut und Böse:
âGut und Böse erwarten uns auf dem genannten Weg, deshalb sollten
wir weise und fĂ€hig sein, nur fĂŒr das Gute oder fĂŒr mehr Gut als Böse zu
kĂ€mpfen.â6
Das âAndereâ ist das Böse. Die âWir-IdentitĂ€tâ als kollektive IdentitĂ€t der
gleichen Religion, Nation und sexuellen Orientierung (HeterosexualitÀt) ist
entscheidend fĂŒr die fundamentalistische Ideologie. Die Gefahr liegt in der
Relativierung von Gewalt, um normierte IdentitĂ€t und Werte zu schĂŒtzen
(vgl. Perintfalvi 2019, 162â163). Mile BabiÄ weist darauf hin, dass in Bos-
nien und Herzegowina nur Populist*innen das Recht haben, zu definieren,
wer wirklich Bosniak*in, Kroat*in oder Serb*in ist, denn die Position der
Populist*innen ist, dass die Menschen, die von ihnen vertreten werden,
eine homogene Gesamtheit bilden und nicht eine Gesellschaft freier Indi-
viduen: ein Volk, ein Gedanke (vgl. BabiÄ 2019, 127).
5 https://www.klix.ba/vijesti/
bih/udruzenje-mladi-muslima-
ni-uputilo-proglas-povodom-po-
vorke-ponosa/190905076?utm_
medium=Status&utm_sour-
ce=Facebook&utm_con-
tent=190905076&utm_cam-
paign=Klix.ba%20Facebook%20
status&fbclid=IwAR21wgx-
PhHywpCdlhrSbSUt0hW9kL-
QSm5l1q0WY9HdDgVcjUFooUE-
1CHiqc [05.03.2021].
6 Ebd.
Limina
Grazer theologische Perspektiven, Volume 4:1
- Title
- Limina
- Subtitle
- Grazer theologische Perspektiven
- Volume
- 4:1
- Editor
- Karl Franzens University Graz
- Date
- 2021
- Language
- German
- License
- CC BY 4.0
- Size
- 21.4 x 30.1 cm
- Pages
- 224
- Categories
- Zeitschriften LIMINA - Grazer theologische Perspektiven