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Monica Martinelli | Die Freiheit der Freien im technisch-ökonomischen Zeitalter
se und Erfahrungen auf Grundlage ihres Sinnes ordnet, und der logisch-
kombinatorischen FĂ€higkeit, die auf das Rechnen ausgerichtet ist und den
in der Moderne schon begonnenen Prozess der Rationalisierung weiter in-
tensiviert.
Im Zeitalter der Globalisierung wird somit das erste Experiment einer tech-
nischen Gesellschaft umgesetzt (Magatti 2018a): Das soziale Leben wird
geordnet als ein System aus Vorrichtungen (Technologien, Infrastruktu-
ren, Prozesse, Finanz-, Kommunikations-, Produktions- und Vertriebs-
netzwerke fĂŒr GĂŒter und Dienste usw.), die untereinander vernetzt sind
und von einer Reihe technischer Faktoren abhÀngen, die ihre LeistungsfÀ-
higkeit gewÀhrleisten.
Die verschiedenen Subjekte (Unternehmen, Banken, BĂŒrokratien, Institu-
tionen usw.), die verschiedenen Vorrichtungen (Autos, Handys, Computer,
Kreditkarten usw.) und die Infrastrukturapparate (Autobahnen, FlughÀfen,
Kommunikationsnetze usw.) bewegen sich insgesamt nach einer systemi-
schen Logik, die Interaktionen zwischen zahlreichen Individuen ermög-
licht, die kulturell und rÀumlich voneinander entfernt sind. Es handelt sich
um ein netzartiges System, mit dem komplexe Verbindungen verwaltet
werden können (Castells 2002). So wird das Handeln der Menschen auf der
Basis von Regeln und Kriterien organisiert, die sich aus der internen Logik
des technischen Systems ergeben: Letzteres zielt darauf ab, alle UmstÀnde
zu organisieren, Erwartungen nicht zu enttÀuschen und eindeutige Ver-
mittlungen festzumachen, selbst wenn es ihnen an Tiefe, Erinnerung und
Vision mangelt (Ellul 1977).
Die innere Energie einer derartigen Gesellschaft besteht aus den Menschen,
auf welche dieselbe energetische Metapher angewandt wird wie auf die Sys-
teme: Das technisch-ökonomische System verbindet so das Wachstum mit
dem Mobilisieren der affektiv-emotionalen SphÀre und darin insbeson-
dere des Wunsches, der auf individuellen Genuss, der durch den âDiskurs
des Kapitalistenâ garantiert wird, ausgerichtet wird (wovon Jacques Lacan
gesprochen hat: vgl. Recalcati 2012). Somit sind immer mehr Lebensberei-
che dazu geeignet, am wirtschaftlich-produktiven Kreislauf teilzunehmen,
was durch die Reaktion der Verbraucherinnen und Verbraucher gestĂŒtzt
wird, die zu diesem Zweck fortwĂ€hrend mit dem Versprechen ĂŒberstimu-
Immer mehr Lebensbereiche sind dazu geeignet,
am wirtschaftlich-produktiven Kreislauf teilzunehmen.
Limina
Grazer theologische Perspektiven, Volume 2:2
- Title
- Limina
- Subtitle
- Grazer theologische Perspektiven
- Volume
- 2:2
- Editor
- Karl Franzens University Graz
- Date
- 2019
- Language
- German
- License
- CC BY-NC 4.0
- Size
- 21.4 x 30.1 cm
- Pages
- 267
- Categories
- Zeitschriften LIMINA - Grazer theologische Perspektiven