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LIMINA - Grazer theologische Perspektiven
Limina - Grazer theologische Perspektiven, Band 2:2
Seite - 186 -
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187 | www.limina-graz.eu Monica Martinelli | Die Freiheit der Freien im technisch-ökonomischen Zeitalter se und Erfahrungen auf Grundlage ihres Sinnes ordnet, und der logisch- kombinatorischen Fähigkeit, die auf das Rechnen ausgerichtet ist und den in der Moderne schon begonnenen Prozess der Rationalisierung weiter in- tensiviert. Im Zeitalter der Globalisierung wird somit das erste Experiment einer tech- nischen Gesellschaft umgesetzt (Magatti 2018a): Das soziale Leben wird geordnet als ein System aus Vorrichtungen (Technologien, Infrastruktu- ren, Prozesse, Finanz-, Kommunikations-, Produktions- und Vertriebs- netzwerke für Güter und Dienste usw.), die untereinander vernetzt sind und von einer Reihe technischer Faktoren abhängen, die ihre Leistungsfä- higkeit gewährleisten. Die verschiedenen Subjekte (Unternehmen, Banken, Bürokratien, Institu- tionen usw.), die verschiedenen Vorrichtungen (Autos, Handys, Computer, Kreditkarten usw.) und die Infrastrukturapparate (Autobahnen, Flughäfen, Kommunikationsnetze usw.) bewegen sich insgesamt nach einer systemi- schen Logik, die Interaktionen zwischen zahlreichen Individuen ermög- licht, die kulturell und räumlich voneinander entfernt sind. Es handelt sich um ein netzartiges System, mit dem komplexe Verbindungen verwaltet werden können (Castells 2002). So wird das Handeln der Menschen auf der Basis von Regeln und Kriterien organisiert, die sich aus der internen Logik des technischen Systems ergeben: Letzteres zielt darauf ab, alle Umstände zu organisieren, Erwartungen nicht zu enttäuschen und eindeutige Ver- mittlungen festzumachen, selbst wenn es ihnen an Tiefe, Erinnerung und Vision mangelt (Ellul 1977). Die innere Energie einer derartigen Gesellschaft besteht aus den Menschen, auf welche dieselbe energetische Metapher angewandt wird wie auf die Sys- teme: Das technisch-ökonomische System verbindet so das Wachstum mit dem Mobilisieren der affektiv-emotionalen Sphäre und darin insbeson- dere des Wunsches, der auf individuellen Genuss, der durch den ‚Diskurs des Kapitalisten‘ garantiert wird, ausgerichtet wird (wovon Jacques Lacan gesprochen hat: vgl. Recalcati 2012). Somit sind immer mehr Lebensberei- che dazu geeignet, am wirtschaftlich-produktiven Kreislauf teilzunehmen, was durch die Reaktion der Verbraucherinnen und Verbraucher gestützt wird, die zu diesem Zweck fortwährend mit dem Versprechen überstimu- Immer mehr Lebensbereiche sind dazu geeignet, am wirtschaftlich-produktiven Kreislauf teilzunehmen.
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Limina Grazer theologische Perspektiven, Band 2:2
Titel
Limina
Untertitel
Grazer theologische Perspektiven
Band
2:2
Herausgeber
Karl Franzens University Graz
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC 4.0
Abmessungen
21.4 x 30.1 cm
Seiten
267
Kategorien
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