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LIMINA - Grazer theologische Perspektiven
Limina - Grazer theologische Perspektiven, Volume 2:2
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244 | www.limina-graz.eu Karl Farmer | Warum handelspolitischer Protektionismus wieder politikmĂ€chtig und wirtschaftliche Freiheit zum Phantom wurden duen in den Gruppen, mit denen sie sich identifizieren, weder „akzeptiert“ werden noch die als Bezugsgruppe identifizierten Mitglieder Ă€hnliche An- sichten haben wie das Individuum. Vielmehr vergleicht sich das einzelne Individuum mit einem prototypischen Bezugsgruppenmitglied und bezieht Befriedigung aus dem Status, den die Bezugsgruppe in der Gesellschaft ge- nießt. Die Bezugsgruppen als soziale Kategorien unterscheiden sich nach NationalitĂ€t, Ethnie, Geschlecht, Beruf, Religion und können je nach poli- tischem, ökonomischem und kulturellem Kontext bedeutsam (salient) wer- den. Nach Akerlof und Kranton (2000) bezieht ein Individuum Nutzen nicht nur aus dem Konsum von materiellen GĂŒtern, sondern auch aus Selbstwert- schĂ€tzung, die steigt, wenn das Individuum sich an die Verhaltensnormen einer sozialen Bezugsgruppe anpasst. Shayo (2009) modelliert diese Idee so, dass ein Individuum einen Nutzengewinn erfĂ€hrt, wenn es sich mit einer Gruppe mit hohem sozialen Status identifiziert, aber Nutzen einbĂŒĂŸt, wenn es sich mit einer Gruppe identifiziert, deren prototypisches Mitglied weit von der eigenen EinschĂ€tzung bezĂŒglich einer sozialen Kategorie entfernt ist. Shayo (2009) definiert eine soziales IdentitĂ€tsgleichgewicht als einen Zustand, in dem sich die Individuen selbst kategorisieren innerhalb einer Menge von bedeutsamen (salient) IdentitĂ€tsgruppen, abhĂ€ngig von den Handlungsweisen und den Handlungsergebnissen der anderen, wobei die von den Politikern und dem Politikumfeld induzierten Handlungen und ihre Ergebnisse die IdentitĂ€tsentscheidungen der Individuen bestimmen. Eine Variante des sozialen IdentitĂ€tsgleichgewichts wenden Grossman und Helpman (2018) auf das Heckscher-Ohlin-Modell des Handels von Produk- ten zweier Industriesektoren zwischen zwei kleinen4 LĂ€ndern an, welche die Weltmarktpreise ihrer Produkte als von außen vorgegeben betrachten. In jedem Land gibt es nur zwei Produktionsfaktoren, nĂ€mlich höher und ge- ringer qualifizierte Arbeit. Mit diesen wird ein Produkt fĂŒr den Export und ein anderes, das mit einem vom Ausland eingefĂŒhrten Produkt konkurriert, hergestellt. Die Produktion des Exportgutes benötigt relativ viel höher qualifizierte Arbeit, wĂ€hrend das Importgut relativ viel geringer quali- fizierte Arbeit nutzt. Die besser qualifizierten Individuen zĂ€hlen sich zur Oberschicht der Gesellschaft des Landes, sind aber in der Minderheit, und identifizieren sich selbst mit der „Elite“ des Landes. Die geringer qualifi- Die SelbstwertschĂ€tzung steigt, wenn das Individuum sich an die Verhaltensnormen einer sozialen Bezugsgruppe anpasst. 4 Im Peer Review-Verfahren wurde zu Recht darauf hingewiesen, dass das in der Folge dargestellte Modell einer kleinen offenen Volkswirt- schaft auf die USA nicht anwendbar ist. Die Vereinigten Staaten von Amerika sind eine große offene Volkswirtschaft vor allem gegenĂŒber China, das US-PrĂ€sident Trump mit Importzöllen auf chinesische Produkte bekĂ€mpfen möchte. Die große offene unterscheidet sich von der kleinen offenen Volkswirt- schaft jedoch nur durch den Terms of Trade-Effekt, der besagt, dass durch
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Limina Grazer theologische Perspektiven, Volume 2:2
Title
Limina
Subtitle
Grazer theologische Perspektiven
Volume
2:2
Editor
Karl Franzens University Graz
Date
2019
Language
German
License
CC BY-NC 4.0
Size
21.4 x 30.1 cm
Pages
267
Categories
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