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LIMINA - Grazer theologische Perspektiven
Limina - Grazer theologische Perspektiven, Volume 2:2
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253 | www.limina-graz.eu Karl Farmer | Warum handelspolitischer Protektionismus wieder politikmĂ€chtig und wirtschaftliche Freiheit zum Phantom wurden individual specificities, slanting their beliefs toward the ‘prototypical’ or ‘distinctive’ group member.“ (Ebenda) Soziale IdentitĂ€ten sind nicht unverĂ€nderbar. Bedeutsame VerĂ€nderungen im wirtschaftlichen und sozialen Umfeld können IdentitĂ€tswandel auslösen. In Folge verĂ€ndern sich die Einstellungen und werden in neue, korrelierte Dimensionen verzerrt, was die Wirkungen ökonomischer oder kultureller Schocks verstĂ€rkt. Die ökonomische Globalisierung, der datengetriebene technische Fort- schritt und kultureller Wandel erzeugen neue und schwere Interessenkon- flikte, welche soziale IdentitĂ€ten umgestalten. „The more disadvantaged members of society see themselves as more similar to a nationalist or socially conservative group, whose distinctive features are the sector of employment or the region of residence, rather than income. The distorted beliefs associated with these new identities dampen demands for traditional redistributive policies, and give rise to a reassessment of political demands over many issues such as trade pro- tection, control of immigration, less progressive civil rights.“ (Gennaioli/ Tabellini 2018, 3) In ihrem Modell nehmen die beiden Autoren erstens an, dass es verschie- dene Gruppen in der Gesellschaft gibt, die sich nach Einkommen, Handels- offenheit und kultureller Disposition unterscheiden. Jeder WĂ€hler oder jede WĂ€hlerin fĂŒhlt grĂ¶ĂŸere Ähnlichkeit mit einer Gruppe, deren Interessen den eigenen nĂ€her sind und bei der der Konflikt zwischen der Eigengruppe und der Fremdgruppe grĂ¶ĂŸer ist. Zweitens, sobald sich ein Individuum mit einer sozialen Gruppe identifiziert, neigt sich dessen Einstellung in Richtung stereotypischer Gruppeneinstellung, jener Position, die von außen am bes- ten erkennbar ist. Diese Annahmen fĂŒhren Gennaioli und Tabellini (2018, 3) zu zwei Haupt- ergebnissen: (1) Identifizierung lĂ€sst Einstellungen zu speziellen Sach- verhalten extremer werden, was politische Konflikte befeuert. So wird eine WĂ€hlerin, die sich mit der Gruppe armer Arbeiterinnen identifiziert, das Leid der Armut ĂŒbertreiben, weil sie sich auf das unterscheidende Merkmal dieser Gruppe, die Armut, konzentriert. Umgekehrtes gilt fĂŒr einen WĂ€hler, VerĂ€nderungen im wirtschaftlichen und sozialen Umfeld können IdentitĂ€tswandel auslösen.
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Limina Grazer theologische Perspektiven, Volume 2:2
Title
Limina
Subtitle
Grazer theologische Perspektiven
Volume
2:2
Editor
Karl Franzens University Graz
Date
2019
Language
German
License
CC BY-NC 4.0
Size
21.4 x 30.1 cm
Pages
267
Categories
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