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LIMINA - Grazer theologische Perspektiven
Limina - Grazer theologische Perspektiven, Volume 3:2
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185 | www.limina-graz.eu Elisabeth Zissler | Digitale Kränkung? Menschliche Intelligenz beinhaltet soziale Intelligenz Die Herausforderungen des digitalen Wandels, wie etwa der Einsatz von Social Robotics wie Sophia oder des Segensroboters BlessU-2, geben An- lass, darüber nachzudenken, was den Menschen eigentlich zum Menschen macht – über seine biologische Konstitution hinausgehend. Es geht also darum, jene typischen Merkmale der menschlichen Natur erneut in den Blick zu nehmen, die – im Vergleich zu Künstlichen Intelligenzen – als „exklusiv“ menschliche Fähigkeit bezeichnet werden können. Aus der Verhaltensbiologie ist bekannt, dass der Mensch ein soziales Wesen ist, das auf Beziehung und Kooperation angewiesen ist. Die menschliche Intelligenz optimiert sich erst im Rahmen von „Empathie, Emotionen und sozialen Kompetenzen“ (Kotrschal 2019, 16). Während es für Menschen möglich ist, sich im Sinn einer „totalen Kommunikation“ (Dieter Wyss) neben dem Austausch von Sachinformationen auch über Gefühle auszu- tauschen, bleibt Letzteres der Maschine verwehrt (vgl. Potschka 2020). Auch in der digitalen Zukunft gilt es weiterhin anzuerkennen, dass das Individuum existenziell auf soziale Interaktions- und Anerkennungsver- hältnisse angewiesen ist. In dieser Hinsicht bleiben Menschen hinsichtlich ihrer sozialen Intelligenz füreinander unersetzbar. Die ethische Qualität des menschlichen Urteils Der Einsatz digitaler Technologien ermöglicht einerseits mehr Hand- lungsspielräume, andererseits eröffnet das digitale Zeitalter auch zahl- reiche informations- und kommunikationsethische Problemhorizonte: so etwa die missbräuchliche Verwendung von Big Data-Analysen; den Ein- satz von manipulativen Algorithmen bei der Nutzung des Internets oder bei demokratischen Prozessen; den überbordenden Konsum von Social Media; Fragen von Privacy und Sicherheit etc. Anhand dieser Beispiele wird bereits deutlich, dass IKT und Werte nicht einfach Hand in Hand gehen, sondern das Individuum nach wie vor zur selbstständigen Urteilsbildung herausgefordert wird. Die Fähigkeit des Menschen, eigenständig zu denken und Entscheidungen zu treffen – auch in ethischen Fragen –, ist Teil sei- ner Reflexionsfähigkeit und darf nicht auf Maschinen und ihre Datensätze ausgelagert werden. In diesem Zusammenhang mahnt etwa Sarah Spieker- Menschen bleiben hinsichtlich ihrer sozialen Intelligenz füreinander unersetzbar.
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Limina Grazer theologische Perspektiven, Volume 3:2
Title
Limina
Subtitle
Grazer theologische Perspektiven
Volume
3:2
Editor
Karl Franzens University Graz
Date
2020
Language
German
License
CC BY-NC 4.0
Size
21.4 x 30.1 cm
Pages
270
Categories
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