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LIMINA - Grazer theologische Perspektiven
Limina - Grazer theologische Perspektiven, Volume 3:2
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Page - 234 - in Limina - Grazer theologische Perspektiven, Volume 3:2

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234 | www.limina-graz.eu Eugen Dolezal und Moritz Windegger | KI – Künstler oder Werkzeug? bend ist der Bezug der Menschen, die das Produkt der Künstlichen Intelli- genz rezipieren und durch Zustimmung oder Verneinung des Ergebnisses mit ihren eigenen ursprünglichen Erfahrungen anreichern. Dadurch ver- leihen sie der Maschine scheinbar die Befähigung, etwas zu schaffen, das doch lediglich aufgrund der Einwirkung dieser konkreten Menschen selbst geschaffen wird. Demnach kann die Künstliche Intelligenz auch nicht die künstlerische Tätigkeit umfassend abbilden. Was ist es aber, das den Menschen zu einer Leistung befähigt, die einer Maschine verwehrt bleibt? Zweierlei, das sich in eines zusammenfügt: Die Freiheit, das Nicht-determiniert-Sein des Menschen, und seine ursprüng- liche, sein ganzes Wesen umfassende Erfahrung, kurz: das Personsein des Subjekts sind wesentlich für das Schaffen eines Kunstwerkes. Denn un- geachtet des Mediums der Kunst ist doch stets ein Teil des Künstlers/der Künstlerin selbst im Kunstwerk, ist es Teil seines/ihres Seinsvollzuges. Aus diesem Grund ist es auch unmöglich, dass eine Maschine ein Kunstwerk wie die Unvollendete ebenso wie Beethoven fortschreiben könnte, da sie nicht seinen individuellen Seinsvollzug teilen kann. Natürlich ist das auch anderen Menschen unmöglich, aber da diese selbst über Freiheit und Per- sonalität verfügen, können sie zumindest eigene Kunstwerke schaffen. Schlussendlich kann die Maschine zwar schneller rechnen und größere Da- tenmengen verarbeiten, aber jede Künstliche Intelligenz bleibt lediglich ein Werkzeug des Menschen. Sein Alleinstellungsmerkmal ist nicht, wie Floridi meint, das Denken, sondern das Person-Sein. In Hinblick auf das künst- lerische Schaffen ist Künstliche Intelligenz wie der Meißel eines Bildhauers oder einer Bildhauerin. Selbst wenn dieser Meißel noch so funktional, noch so fein und in der Lage ist, Ungeahntes aus dem Stein hervorzubringen, so ist er ohne die Hand des Künstlers/der Künstlerin lediglich ein Instrument, das seiner Verwendung harrt. Wesentlich für das Schaffen eines Kunstwerks sind die Freiheit und das Personsein des Subjekts.
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Limina Grazer theologische Perspektiven, Volume 3:2
Title
Limina
Subtitle
Grazer theologische Perspektiven
Volume
3:2
Editor
Karl Franzens University Graz
Date
2020
Language
German
License
CC BY-NC 4.0
Size
21.4 x 30.1 cm
Pages
270
Categories
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