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Deportiert nach Mauthausen, Volume 2
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Page - 418 - in Deportiert nach Mauthausen, Volume 2

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418 | Hana KubĂĄtovĂĄ meeangehörigen sowie von Personen, die in irgendeiner Weise den Nationalaufstand befördert hatten.60 Im April 1942  – also einen Monat nach ihrem Beginn  – wurde ein Verfassungsge- setz verabschiedet, das die bereits laufenden Deportationen regelte. Gleich im ersten Absatz wurde festgehalten, dass «Juden aus dem slowakischen Staatsgebiet abgescho- ben werden können»61. Zwischen MĂ€rz und Oktober 1942 sollte dies, wie bereits er- wĂ€hnt, fĂŒr ca. 58.000 Juden Wirklichkeit werden. Die Juden waren die am stĂ€rksten betroffene Bevölkerungsgruppe, aber sie waren nicht die Einzigen, die sich verschĂ€rften Repressalien ausgesetzt sahen  – Gleiches traf auf jene zu, die als politisch unzuverlĂ€ssig galten, also ehemalige Mitglieder der Linksparteien und die sich formierenden Widerstandsgruppen. Ab Januar 1940, dem Zeitpunkt ihrer GrĂŒndung, liefen in der Zentrale der nach dem Vorbild der Gestapo geschaffenen Staatssicherheitsbehörde (Ústredƈa ĆĄtĂĄtnej bezpečnosti) Informationen unter anderem ĂŒber «kommunistische und sozialistische Umtriebe» zusammen.62 Zwar legte eine Verhaftungswelle zwischen 1940 und 1942 Widerstandsaktionen weit- gehend lahm, doch waren aufgrund des «zögerlichen und geradezu sabotageartigen Vorgehens der Justiz- und Anklagebehörden [
] die tatsĂ€chlichen Auswirkungen der Repressalien gegen WiderstandskĂ€mpfer bedeutend geringer».63 Dies hatte wiederum zwei GrĂŒnde : Das Gesetz zur verschĂ€rften Ahndung staatsfeindlicher Aktionen, das an die Stelle des bis dahin gĂŒltigen «Gesetzes zum Schutz der Republik» von 1923 trat, wurde erst im November 1940 erlassen.64 Erst mit diesem wurden der Katalog po- tenziell strafbarer Handlungen betrĂ€chtlich erweitert und Versuche der gewaltsamen HerbeifĂŒhrung von Änderungen der Verfassung, der Unversehrtheit, der UnabhĂ€n- gigkeit und der republikanischen Form des Staates  – jedenfalls in besonders schweren FĂ€llen  – mit der Todesstrafe bedroht.65 Und dann waren eben, wie bereits ausgefĂŒhrt, im Justizbereich SĂ€uberungen ausgeblieben  – «noch wĂ€hrend des Bestehens der Tsche- choslowakei ernannte Richter behielten ihre Stelle ebenso wie StaatsanwĂ€lte, leitende Beamte und MilitĂ€rstaatsanwĂ€lte».66 Doch sollte ĂŒber eines nicht hinweggesehen wer- den : Ungeachtet der laufenden VerschĂ€rfung der Strafen fĂŒr staatsfeindliche Aktionen spielte die außergerichtliche Verfolgung eine weit grĂ¶ĂŸere Rolle und nahm im Lauf der Zeit sogar zu.67 60 Zu einer detaillierten historischen Darstellung des Arbeits- und Konzentrationslagers Sered’ siehe JĂĄn Hlavinka/Eduard NiĆŸĆˆanskĂœ : PracovnĂœ a koncentračnĂœ tĂĄbor v Seredi [Das Arbeits- und Konzentrations- lager in Sereď], Bratislava 2009. 61 SlovenskĂœ zĂĄkonnĂ­k, 1942, Verfassungsgesetz Nr. 68/1942. 62 SlovenskĂœ nĂĄrodnĂœ archĂ­v, SNA [Slowakisches Nationalarchiv], 209-861-3. 63 Kopeček, Demokracie, diktatury a politickĂ© stranictvĂ­ na Slovensku, S. 93. 64 Baka, BezpečnostnĂ© orgĂĄny ako prostriedok, S. 33–34. 65 SlovenskĂœ zĂĄkonnĂ­k, 1940, Gesetz Nr. 320/1940. 66 RychlĂ­k, PerzekĂșcia odporcov reĆŸimu, S. 124. 67 Ebd., S. 120. Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY 4.0
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Deportiert nach Mauthausen Volume 2
Title
Deportiert nach Mauthausen
Volume
2
Authors
Gerhard Botz
Alexander Prenninger
Regina Fritz
Editor
Melanie Dejnega
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien
Date
2021
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-21216-4
Size
16.8 x 23.7 cm
Pages
716
Categories
Geschichte Historische Aufzeichnungen
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