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Mobile Culture Studies The Journal
>mcs_lab> - Mobile Culture Studies, Volume 2/2020
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Mobile Culture Studies. The Journal 6 2o20 (Travel) Birgit Englert | Rezension: Bell Collective 263 Eine weitere Seite ist je einem persönlichen Tipp der PortrĂ€tierten in Bezug auf das Fotografieren und das Reisen gewidmet. Die österreichische Fotografin Marion Vicenta Payr etwa widmet ihren Tipp dem Thema „Bildtexte schreiben“ und meint: „Selbst auf Instagram kann man den vorhandenen Platz nutzen, um neben dem Bild eine weitere Ebene zu eröffnen. Der wichtigste Tipp dabei: Es sollte ein Mehrwert fĂŒr den Betrachter geschaffen werden — also eher keine sinnlosen MotivationssprĂŒche aus dem Poesiealbum. [
]“ (S. 155). Gerade in diesem Teil der einzelnen PortrĂ€ts kommt das Ziel des Bildbandes am deutlichsten zum Ausdruck: jungen Frauen Mut zuzusprechen, selbst zu reisen und zu fotografieren; auf der RĂŒckseite des Buchcovers wird diese Absicht in die Formel „Entdeckt die Welt!“ gepackt. Auch die von der Herausgeberin am Ende des Bandes formulierten zehn Tipps fĂŒr angehende Reisefotografin- nen richten sich offensichtlich an eine noch gĂ€nzlich unerfahrene Zielgruppe. Ob diese den mit 34,90 Euro angesichts der qualitativ ansprechenden Ausstattung zwar keineswegs ĂŒberteuerten, aber dennoch nicht ganz gĂŒnstigen, Band erstehen wird oder doch eher weiterhin auf Instag- ram zugreift, scheint fraglich. Nach dem Vorstellungsteil und praktischen Tipps stellt jede Fotografin schließlich mehrere bereiste LĂ€nder oder Orte in je 3–4 Bildern vor. In kurzen, persönlich gehaltenen Texten gibt sie Einblicke in den Kontext, in dem die Fotos entstanden sind, und erzĂ€hlt, was diese sowie die darauf abgebildeten Orte fĂŒr sie bedeuten. Die Texte erinnern im Stil an Reiseblogs: „Nur die schneebedeckten Tannen, mein Mann und meine KameraausrĂŒstung — die Nacht im Rii- situnturi-Nationalpark war perfekt, um den Sternenhimmel (Bild oben links) zu fotografieren, der so ruhig und klar war“ (Julia Kivela, S. 234). Am Anfang jeder Bildserie zeigt eine Grafik in Form einer Erdkugel mittels “Pin” an, wo sich der jeweilige Ort befindet. Die Symbolik des „Land-Absteckens“, die bereits in der im Titel enthaltenen Pioniermetapher vorhanden ist, wird dadurch visuell weiter ausgebaut. Dabei ist es keineswegs so, dass alle vorgestellten Fotografinnen in schwer erreichbaren Gebieten unterwegs sind. Einige haben sich — oft nach mehreren Jahren des Reisens in anderen Weltgegenden — gerade bewusst dafĂŒr entschieden, fortan in der NĂ€he ihrer Wohnorte unterwegs zu sein — wie etwa die IslĂ€nderin Ása SteinardĂłttir, die Schwedin Tekla Evalina Severin oder die Russin Julia Kivela, die in Finnland lebt und arbeitet. Alle Fotografinnen werden von der Herausgeberin mit einem Label versehen, das ihren persönlichen Stil in einem Wort einfangen soll. So gibt es etwa Ă€ußerst poetisch anmutende Bezeichnungen fĂŒr sie wie “die GlĂŒcksforscherin”, “die Buntmacherin” oder „die LichtfĂ€nge- rin”, die sich vor allem auf deren Bildsprache beziehen. Andere Bezeichnungen wie “die Bulli- fahrerin”, “die Heimkehrerin” oder „die Drohnenpilotin” nehmen hingegen mehr auf die Art der Fortbewegung wĂ€hrend der Reise oder auf ihre technischen Schwerpunkte Bezug. Landschaftsfotografie dominiert den Band und in den meisten FĂ€llen bedeutet das Natur- fotografie — auch wenn einige Fotografinnen, wie etwa die als „die Architektin“ bezeichnete Elzbieta Rynski (S. 182–197), vor allem urbane Landschaften ablichten. Huda bin Redha, die in Dubai auch als RechtsanwĂ€ltin tĂ€tig ist, hat sich als Einzige auf Drohnenfotografie speziali- siert und hĂ€lt die WĂŒstenlandschaften der saudischen Halbinsel sowohl in ihrer UnberĂŒhrtheit als auch in ihrem Zusammenspiel mit menschlichen Bauten aus Geschichte und Gegenwart mit der Kamera fest. Manche der Fotografinnen setzen sich selbst oder andere Menschen in ihren Landschaftsfotografien in Szene wie etwa Sarah Pour (S. 205, S. 209). Die allermeisten
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>mcs_lab> Mobile Culture Studies, Volume 2/2020
The Journal
Title
>mcs_lab>
Subtitle
Mobile Culture Studies
Volume
2/2020
Editor
Karl Franzens University Graz
Location
Graz
Date
2020
Language
German, English
License
CC BY 4.0
Size
21.0 x 29.7 cm
Pages
270
Categories
Zeitschriften Mobile Culture Studies The Journal
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