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Mobile Culture Studies The Journal
Mobile Culture Studies - The Journal, Volume 3/2017
Page - 194 -
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Page - 194 - in Mobile Culture Studies - The Journal, Volume 3/2017

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194 Mobile Culture Studies. The Journal 3 2o17 Jan Lange | Rezension: Automobil und moderne Gesellschaft der Politikwissenschaft, Soziologie und Industrieökonomie speisenden sozialwissenschaftlichen Perspektive „ein zusĂ€tzlicher Treiber fĂŒr soziale Individualisierung und Differenzierung und zugleich ein Hilfsmittel sozialer Integration“ (Canzler 2016, 2). Das Buch selbst bĂŒndelt in ĂŒberarbeiteter Form bereits publizierte BeitrĂ€ge zum Thema (etwa Canzler 2012) und stellt die Habilitationsschrift des Autors dar. Zusammengehalten wer- den die auf empirischen Material fußenden Kapitel des Mittelteils (2,3,4) von einem an den Anfang gestellten Theoriekapitel (1) sowie einem Ausblick auf kĂŒnftige Entwicklungspfade des Automobils (5). Die im Mittelteil des Buches herangezogenen Fallstudien wurden unabhĂ€ngig voneinander durchgefĂŒhrt, weshalb auch die Kapitel mit ihren unterschiedlichen Fokussierun- gen fĂŒr sich alleinstehend zu betrachten sind. Da sie jedoch auf der selben begrifflichen und theoretischen Grundlage basieren und vom Autor in den Textteilen auch stets an diese rĂŒckge- bunden werden, sind sie gut miteinander in Beziehung zu setzen. Ein methodologischer Wer- mutstropfen ist an dieser Stelle die leider nur selektiv erfolgende Darstellung der Forschungs- methoden, der Quellenselektion und des jeweiligen Samples. WĂ€hrend diese in Kapitel drei vorliegt, finden sich in Kapitel zwei und vier lediglich Hinweise. Am forschungspraktischen Vorgehen Interessierte mĂŒssen an dieser Stelle wohl frĂŒher erschienene Publikationen zu Rate ziehen. Theoretisch geht es Canzler zunĂ€chst um die Integration des Automobilismus in die ĂŒber- geordnete ErzĂ€hlung der Entwicklung der modernen Gesellschaft. Hierzu spannt er ein breites reflexives Feld auf, in dem er Referenzen zur Theorie des Neoinstitutionalismus, Konzepten von Fordismus und Postfordismus, raum- und mobilitĂ€tstheoretischen Überlegungen, For- schung zu Lebensstilen und -lagen, Giddens Theorie der Strukturierung u.a.m. zieht. Zum einen ist dieses große Spektrum durchaus sinnvoll um sich der KomplexitĂ€t des Automobi- lismus nĂ€hern zu können. Zum anderen werden durch die unterzubringende FĂŒlle vertiefte Überlegungen zum PhĂ€nomen randstĂ€ndig und manche der konzeptionellen Darstellungen ohne ihre AnschlĂŒsse produzierenden, bzw. konflikthaften QualitĂ€ten referiert. Um etwa den Siegeszug des Automobilismus in den SphĂ€ren der alltĂ€glichen Erfahrungswelt, Ökonomie und Politik im globalen Maßstab herzuleiten, greift Canzler auf den Neoinstitutionalismus und dessen Idee der Isomorphie westlicher Strukturen und Prinzipien zurĂŒck. Da dieser Ansatz den Automobilismus bislang noch nicht zum Untersuchungsgegenstand gemacht hat, muss Canzler hier „Analogien ziehen: das Auto ist zwar kein universeller Wert an sich, aber es ermöglicht und erleichtert es, diese zu verfolgen“ (Canzler 2016, 33). Der RĂŒckschluss auf die Ebene der individuellen Relevanz des Autos hat so jedoch wenig Bodenhaftung. Die Setzung des Autos als Institution lĂ€sst analytisch wenig Raum, um nach den Modi der Aneignung des Automobi- lismus durch die Subjekte zu fragen und mag in erster Linie eine Hilfestellung dafĂŒr sein, die Expansion des Autos zu greifen. Um sich der individuellen Erfahrbarkeit von MobilitĂ€t zu nĂ€hern, entwickelt Canzler das heuristische Konzept des „Möglichkeitsraums“. Mit diesem werden die individuellen Optio- nen möglicher MobilitĂ€tsbewegungen und etwaige WiderstĂ€nde adressiert. Neben einer rĂ€um - lichen und physischen Dimension besitzt der Möglichkeitsraum auch eine soziale Dimension, worunter hier vor allem die Positionierung im sozialen Feld inklusive des jeweiligen Zugriffs auf gesellschaftliche Ressourcen verstanden wird. „MobilitĂ€t erfolgt also in einem Möglichkeits- raum, der mit infrastrukturellen bzw. technischen und zugleich mit sozialen Ungleichheiten
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Mobile Culture Studies The Journal, Volume 3/2017
Title
Mobile Culture Studies
Subtitle
The Journal
Volume
3/2017
Editor
Karl Franzens University Graz
Location
Graz
Date
2017
Language
German, English
License
CC BY 4.0
Size
21.0 x 29.7 cm
Pages
198
Categories
Zeitschriften Mobile Culture Studies The Journal
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