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Menschenrechte und Gerechtigkeit als bleibende Aufgaben - Beiträge aus Religion, Theologie, Ethik, Recht und Wirtschaft
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© 2020, Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. KG, Göttingen ISBN Print: 9783847111658 – ISBN E-Lib: 9783737011655 einerArtWahl gefunden, die auf demKonsensprinzipberuhte.7DieEntschei- dungen des Chiefs waren nicht autokratisch, sondern vomKonsens der Räte bestimmt. So konnte sich jedeLineage theoretisch in der Zentralmacht reprä- sentiert fühlen.DieHeiligkeitdessakralenKönigtumswurdelt.Wireduausder Verbindung zudenAhnen abgeleitet.8DieOberhäupter hätten zwar a) selbst- herrlichregierenkönnen,wärendannaberwohlabgesetztworden9undb)ihren WillennuralsMitglieddesRatesaufgrundderÜberzeugungskraft ihrer Ideen durchsetzenkönnen. WiredubetontdasbewussteFesthaltenamKonsensprinzipbiszurhöchsten Ebene derMacht und führt einige Sprichwörter resp. ein „Kunstmotiv“10 der AshantialsBelegdafüran,dassKonsensdieGrundlagederGesellschaftgebildet hätte.DasletztereistdieDarstellungeinesKrokodilsmit2Köpfen,dieeinander umNahrungbekämpfen.ErerläutertandiesemBeispieldasGrundprinzipdes von ihm entworfenen Modells der „Konsensdemokratie“: Die beiden Köpfe würdendemnachaufhören,einanderzubekämpfen,wennihnenklarwäre,dass dieNahrung für denselbenKörper, dem sie angehören, bestimmt ist, egal auf welchemWeg sie in denVerdauungstrakt gelangt.Menschen haben demnach „die Fähigkeit, sich durch Differenzen hindurch bis zum tiefsten Grund der Identität ihrer Interessen durchzukämpfen“, es gäbe in menschlichen Bezie- hungenfürdieAshanti„keinProblem[…]dasnichtdurchDialoggelöstwerden könnte“.11Mankann sich fragen, obdemwirklich so ist, und, ob, selbstwenn dem so sei, eine konsensuelle Demokratie dafür geeigneter sei als eine reprä- sentative. 1.2. DieKritikEzesanWiredusModell In seiner Kritik diskutiert Eze diese beiden Fragen. Zunächst betont er, dass Wireduunter Konsensdemokratie weder ein Einparteiensystemversteht noch ein solches unterstützt. Wiredu sehe in seinem Konsensmodell einen demo- kratischenRahmen,deralleStimmenanderEntscheidungsfindungteilnehmen 7 Die „Wahlmodalitäten“von„Elders“ „Chiefs“unddesNkwankwaahene (derRepräsentant der „commoners“) unter Einbezug der Königinmutter usw. werden detailliert bei Busia, Position,S. 7–13,geschildert. 8 Er bezieht sich dabei aufWilliamE. Abraham, TheMind ofAfrica, Accra 2015 (reprint), S. 38–115.Dort werden dieAkan als paradigmatisch für alle afrikanischenGesellschaften behandelt. 9 Wiredu,Demokratie, S. 173.Ebd., S. 172weist erdarauf hin, dassbestimmteGründedazu führten, dass das prinzipiell lebenslang ausgeübte Amt nicht lebenslang ausgeübt würde. 10 Ebd., S. 174; man kann es ein „Sprichwort“ nennen, weil es eben eine „Lebensweisheit“ versinnbildlicht. 11 Ebd., S. 174. DemokratieundsakralesKönigtum 241 Open-Access-Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY 4.0
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Menschenrechte und Gerechtigkeit als bleibende Aufgaben Beiträge aus Religion, Theologie, Ethik, Recht und Wirtschaft
Title
Menschenrechte und Gerechtigkeit als bleibende Aufgaben
Subtitle
Beiträge aus Religion, Theologie, Ethik, Recht und Wirtschaft
Authors
Irene Klissenbauer
Franz Gassner
Petra Steinmair-Pösel
Editor
Peter G. Kirchschläger
Publisher
Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co
Location
Wien
Date
2020
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
978-3-7370-1165-5
Size
15.5 x 23.2 cm
Pages
722
Category
Recht und Politik
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