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6.4 Kopisten
den Schreibern 9 und 20 zugeordnetenHandschriften
als SchriftausprägungenHackers anzusehen sind.178
M.H. Schmid hatte für Schreiber 20Nachweise von
1816–1829 (HackersTodesjahr) ermittelt und diesen
in der „Reihe der Musiker am Kloster [St. Peter]“
vermutet, „obwohl er die übersichtliche und saubere
Schrift einesBerufskopisten besitzt“179.
SchmidsBeobachtung findet inHackersBiographie
plausibleErklärungen:AlsMitglieddesumM.Haydn
gebildeten Salzburger Sängerkreises sindHackers per-
sönliche Verbindungen zu Musikern von St. Peter
ebenso gut verbürgt, wie eine klareNotenschrift zum
Handwerk einesMusikverlegers gehört. ImÜbrigen
weisenHackers eigeneDrucke imNotensatz gewisse
typographischeÄhnlichkeiten zudenbisherunterden
Nummern 9 und 20 subsumierten Schriftzügen auf;
auch die bisher ermittelten Datierungen der fragli-
chen Handschriften laufen der von uns vorgeschla-
genen Zuweisung an Hacker nicht zuwider. In den
knapp 100Manuskripten des Dommusikarchivs, in
denenHackers Schrift auftaucht, finden sich konkrete
Nachweise für die Zeit zwischen 1803 (A 591) und
nach1827 (A1655).180HackersSchriftzug scheintmit
WerkenGattis gelegentlich auch imCatalogus „Archi-
vium“ auf, dasheißt, er gehörte zeitweise zumengsten
Zirkel der dieDommusik in den ersten Jahrzehnten
des 19. Jahrhunderts organisierendenPersonen.Mit
der Zuweisung dieser Schriftzüge anHacker gewinnt
nichtnureinegroßeZahlanHandschriftengenerell an
Authentizität in derÜberlieferung SalzburgerMusik
um1800, die Identifizierung dieses Schreibers hat im
Besonderen auchAuswirkungen auf dasVerständnis
der SalzburgerÜberlieferung undFiliation vonMo-
gedichtet von Susan / inMusik gesetzt vonBenedict Ha-
cker. / Zum hochverehrtenAndenken erhalten / vom k: k:
HerrnReg.gsrathe undKreishauptmann /Edlen vonDorn-
feld, am 25ten März 1819, Bibliothek und Musikarchiv
desAugustiner-Chorherrenstift St. Florian, A-SF, XXI 4
(RISM-Nr. 600658868), amEnde desNotats derVermerk:
„Salzburg 7 Jan: 1819 /Bened:Hacker“.Wir dankenFrau
ElkeMichel-Blagrave für denHinweis auf dieseQuelle.
178Die inA-Ssp,Dre135.1alsSchreiber 214verzeichneteSchrei-
berhand ist ebenfalls Hacker zuzuweisen.
179Schmid:DieMusikaliensammlung der Erzabtei St. Peter,
S. 29.
180Sechs StimmenHackers zumAufführungsmaterial vonMo-
zartsRequiem(A1349) sind frühestens1801undspätestens
1806 entstanden, die Abschrift vonHaydns „Respice Do-
mine“MH506 (A 503) vor 1833, eine Sammlung von 10
Magnificat-Vertonungen S.Bernardis vor 1828. zartsKlavierkonzerten.181 ZurBiographie→S. 351.
Schriftprobe→S. 287.
Haydn, Johann Michael (1737–1806), hat im
Dommusikarchiv drei Stimmen zu seinem„Stella coe-
li“MH394 (A 572) in autographerNiederschrift hin-
terlassen, ist ansonsten als Schreiber nur mit spo-
radischenKorrekturen in siebenMaterialien eigener
Werkenachzuweisen.ZurBiographie→S.352.Schrift-
probe→ S. 288.
Haunsberger, Joseph (?–1802),→ Schreiber 51
(S. 271).
Hochreiter, Joseph Balthasar (auch Hochreit-
her, Hochreitter, 1669–1731), in seinem letzten Le-
bensjahrzehntalsOrganist inSalzburgtätig, istbisher
als SchreibernurwenigerSalzburgerMaterialien iden-
tifiziert: Von ihm stammen zwei zumHauptmaterial
ergänzteOrgelstimmen inA 1105 undA 1106, das
OrgelstimmbuchA1252 sowieBass-,Orgel- undDi-
rektionsstimmen in A 1463182. Sein Schriftzug war
bisherunterdenNummern339und358 imSalzburger
Schreiberkatalog verzeichnet. Schriftprobe inLang:
ZurGeschichte undPflege, Bd. 2, S. CXXI–CXXIII.
ZurBiographie→ S. 353.
Höß, Joseph (1778–1831), ist als Schreiber außer
mit den autographenAufführungsmaterialien zweier
eigener großformatigerWerke183 in der Sammlung
nurmit der Partiturabschrift von J.HaydnsKleiner
OrgelsolomesseHobXXII:7 (A 1656) vertreten. Zur
Biographie→ S. 354.
181DazuEvaNeumayrsVortrag „DieNotenschriftMariaAnna
Mozarts“ beimSymposiumMariaAnnaMozart. Facetten
einer Künstlerin am10.10.2015 in der StiftungMozarteum.
EinBeitrag für dasMozart-Jahrbuch ist inVorbereitung.
182Teile des ursprünglichenStimmensatzes heute inCH-E,Mus.
402,1.Die anhand desEinsiedlerMaterials vonHochrad-
ner:Matthias SiegmundBiechteler, Teil II, S. 90, vorge-
nommeneSchreiberbestimmungkonntevonunshinsichtlich
der ältesten Materialschicht nicht bestätigt werden. Die
dort als Schreiber 110und112 identifiziertenHandschriften
wurden von unsHochreiter resp. Schreiber 338 zugewiesen.
183A1161: In FestumPortiunculae. /Missa / Solemnis. / a.
/ Piu Instrumenti. / Del SignoreGiuseppeHöss. /Dom-
organist in Salzburg. / Anno 1824. / den 1tenAugust: /
producirt. / in derUniversitaets /Kirche;A1162:Litaniae
solennis. / deVenerabili sacramento. / a/piu Instrumenti.
/ Composto di GiuseppeHöß. Organ: / aMetropolitania a
Salisburgo. /Anno 1827. den 17tenDecember.
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Musik am Dom zu Salzburg
Repertoire und liturgisch gebundene Praxis zwischen hochbarocker Repräsentation und Mozart-Kult
- Title
- Musik am Dom zu Salzburg
- Subtitle
- Repertoire und liturgisch gebundene Praxis zwischen hochbarocker Repräsentation und Mozart-Kult
- Authors
- Eva Neumayr
- Lars E. Laubhold
- Ernst Hintermaier
- Publisher
- Hollitzer Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 2018
- Language
- German
- License
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-99012-540-0
- Size
- 21.0 x 30.2 cm
- Pages
- 432
- Category
- Kunst und Kultur