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Musik am Dom zu Salzburg - Repertoire und liturgisch gebundene Praxis zwischen hochbarocker Repräsentation und Mozart-Kult
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Page - 328 - in Musik am Dom zu Salzburg - Repertoire und liturgisch gebundene Praxis zwischen hochbarocker Repräsentation und Mozart-Kult

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7 Der SalzburgerDomalsAusgangspunkt derVerbreitungmusikalischerQuellen 7.3 DieMusikbibliothek der Benediktinerabtei Einsiedeln (Schweiz) DieMusikbibliothek desBenediktinerklostersMaria Einsiedeln in der Schweiz verwahrt zahlreiche Ma- nuskripte Salzburger Provenienz. Obwohl mehrere Einzelstudien auf dieseTatsache hinweisen, war eine vollständige undgenaueUntersuchungder Salzburger Quellen inMariaEinsiedeln erst durchdie detaillierte Erforschung derQuellen der SammlungDommusik- archiv in Salzburg, insbesondere der vorkommenden Schreiber undWasserzeichen,möglich. Ausgangspunktwarenwiederdie ältestenBestands- katalogederSalzburgerDommusik,Catalogus „Gatti“ undCatalogus „Archivium“. Die in diesenKatalogen verzeichnetenKomponistennamen liefertendenersten Anhaltspunkt zur Untersuchung des Einsiedler Be- standes:AlleEinsiedlerQuellen,dieunterdemNamen eines jenerKomponisten überliefert waren, wurden auf ihremögliche Salzburger Provenienz überprüft. Wiederumwurden zunächst das verwendetePapier und die an derHerstellung beteiligten Schreiber iden- tifiziert. Vor allem die in den Salzburger Archiven dokumentiertenHauptschreiber des 18. Jahrhunderts, wie Johann JakobRott (um 1682–1766),Maximili- anRaab (um1720–1780), JosephRichardEstlinger (1720–1791) undFelixHofstätter (1744–1814), aber auch die Schriftzüge derKomponisten JohannErnst Eberlin (1702–1762), Franz IgnazLipp (1718–1798) undAntonFerdinandParis (1744–1809) sowie einige namentlich nicht identifizierte Salzburger Kopisten (Schreiber 112a, 165) sind in den Quellen der Mu- sikbibliothek derBenediktinerabteiMariaEinsiedeln in großer Zahl nachzuweisen. Insgesamt konnten 114 Konvolute SalzburgerProvenienz identifiziertwerden, von denen zwei aus demKlosterMondsee, eines aus derBenediktinerinnenabteiNonnberg und einMate- rial vielleicht aus der Erzabtei St. Peter kommen, die anderen 110Handschriften aber von der Salzburger Dommusik oder aus derenUmfeld stammen. Wurde bisher stets angenommen, dass die Salz- burgerMusikalien imZuge der Sammlertätigkeit des Benediktinerpaters SigismundKeller um1870 nach Einsiedeln gelangten, somuss dies für einenTeil der Abschriften revidiert werden. Knapp 40 Einsiedler Stimmenmaterialien vonWerkenAdlgassers, Eberlins undMichael Haydns, deren Salzburger Provenienz durchKomponisten, Schreiber undPapier eindeutig erwiesen ist, dürftennicht aus demBestanddesDom- musikarchivs stammen,weil die betreffendenWerke dort entweder in vollständigen Stimmensätzen vorlie- gen oder aber überhaupt nicht nachgewiesenwerden können. Sie sind vermutlich über die 1824 vonEinsie- deln angekauftenBestände der 1802 säkularisierten ReichsabteiWeingarten in dieMusikbibliothek des Klosters Einsiedeln gelangt.71 P. SigismundKellerOSB (1803–1882) kamEnde der 60er-Jahre des 19. Jahrhunderts aus demBene- diktinerklosterMaria Einsiedeln an dieBenediktiner- abtei St. Peter in Salzburg. Laut Professbuch der Benediktinerabtei Einsiedeln72warP. Sigismund vor- her zunächst von 1825 bis 1833Lehrer amdortigen Gymnasium und zugleich Vizekapellmeister. Nach- dem er zwischen 1834 und 1837 bereits einmal den kränkelnden P. Placidus Gmeinder als Kapellmeis- ter vertreten hatte, wurde er 1846, nach demTod AbtCölestinMüllers, anstelle des bisherigenKapell- meisters P.AnselmSchubiger (1815–1888)mit dieser Aufgabe betraut.DiesePhase dauerte nur kurz, denn der „Sonderbundkrieg“ vom3. bis 29.November 1847 traf auch dieKirchenmusik inEinsiedeln: „VondenMusikanten blieb nur noch ein Altist Bucher von Zug und einHornist da. Daher ist leicht zu begreifen, dass dieAuf- führungen inderKirchewährenddieserZeit nichtvongrosserBedeutungsind.Dieobigen Ereignisse beraubten sogar die einsiedlische Kapelle ihres Oberdirektors P. Sigismund, welcher vor demKanonendonner so erschro- cken zu sein schien, dass er über die Furka unddenSimplonnachdemPiemontesischen und von da nachBellenz flüchtete.“73 71Einsiedeln übernahmdamals ungefähr zweiDrittel derMusi- kalienbestände vonWeingarten (freundlicheMitteilung von P. LukasHelgOSB).Vgl.Neumayr/Laubhold: „DieQuel- len der SalzburgerDommusik“;Hanke-Knaus,Gabriella: „‚GanzeParthienMusikalien‘ –DerNotenbestand der ehe- maligenReichsabteiWeingarten in derMusikibliothek der BenediktinerabteiEinsiedeln“, in:OberschwäbischeKloster- musik im europäischenKontext. Alexander Sumski zum 70. Geburtstag, Frankfurt/Main: Peter Lang 2004, S. 89–129. 72Henggeler:Professbuch Einsiedeln, S. 490f. 73Kirchenmusikalische Aufzeichnungen (Signatur: CH-E, 925,6), zit. in:Helg, LukasOSB: „DieEinsiedlerKapell- 328
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Musik am Dom zu Salzburg Repertoire und liturgisch gebundene Praxis zwischen hochbarocker Repräsentation und Mozart-Kult
Title
Musik am Dom zu Salzburg
Subtitle
Repertoire und liturgisch gebundene Praxis zwischen hochbarocker Repräsentation und Mozart-Kult
Authors
Eva Neumayr
Lars E. Laubhold
Ernst Hintermaier
Publisher
Hollitzer Verlag
Location
Wien
Date
2018
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
978-3-99012-540-0
Size
21.0 x 30.2 cm
Pages
432
Category
Kunst und Kultur
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