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Ronald Clark
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neueren Bühnentechnik zu genügen, war es lediglich nötig, für das Orchester eine
kleine Vertiefung vor der Bühne zu schaffen. Im Übrigen wurde der Zuschauerraum
so gestaltet, dass er jetzt 600 Besuchern Platz bietet. Eine räumliche Schwäche des
Gartentheaters konnte mit geringen Mitteln geschickt behoben werden. Bühne und
Zuschauerraum wurden früher durch einen störend wirkenden breiten Weg getrennt.
Durch Herstellung je eines Heckenvorraumes zu beiden Seiten des Heckentheaters
sind jetzt die Bühne und der Zuschauerraum zu einer baulichen Einheit zusammen-
geschlossen. Die breite Wegefläche, die vordem die beiden Teile störend trennte, ist als
Parkett vor dem aufsteigenden Zuschauerraum des Amphitheaters gewonnen worden.
Eine weitere wesentliche Verbesserung der Gesamtwirkung wurde sodann noch da-
durch erreicht, dass eine eng gestellte Reihe starker Linden, die schon in breiter Kas-
tenform geschnitten sind, auf der oberen Plattform des Zuschauerraumes angepflanzt
wurden. Besondere Sorgfalt wurde auf die Instandsetzung der Bildwerke verwandt, die
die Gartenbühne beleben. […] Natürlich wurden auch die Beleuchtungseinrichtungen
geschaffen, die für die Gartenbühne notwendig sind. Mit Stolz können wir sagen, dass
das Gartentheater heute wieder allen Ansprüchen genügt, die an eine Freilichtbühne
zu stellen sind.«15
Die Darstellung des Stadtgartendirektors Wernicke verdeutlicht, dass die Einbin-
dung des Theaterbosketts in die Grundstruktur des Großen Gartens durch die West-
Ost-Achse von den Verantwortlichen der Umgestaltung nicht erkannt, sondern als
»räumliche Schwäche« betrachtet wurde, die durch eine Verengung des als »störend
wirkenden breiten Weges« behoben werden konnte. Bühne, Theaterparterre und Am-
phitheater sind dadurch »als bauliche Einheit zusammengeschlossen«. Dabei sind wohl
vor allem Gründe der besseren Bespielbarkeit als »Freilichtbühne« ausschlaggebend
gewesen. Dazu passte dann auch die eng gestellte Reihe kastenförmig geschnittener
Linden auf dem oberen Rang des Amphitheaters, die die umgebenden restlichen Gar-
tenbereiche ausblenden und den Blick entlang der Nord-Süd-Achse auf den Mittelrisalit
des Galeriegebäudes mit seinen Herrschaftssymbolen verhindern. Auch die Neugestal-
tung des Königsbuschs entsprach dem Konzept, nach Innen orientierte Räume ohne
Bezug zum übrigen Garten zu schaffen. Zusätzlich nimmt die neue Binnengliederung
mit zwei Eingängen und zwei umlaufenden Wegen in Form und Ausrichtung keine
Verbindung mehr zur Rhythmik der Baumstellungen, Figuren und Nischen des Amphi-
theaters auf und löst sich somit von den Theaterbereichen. Die ehemalige Einheit des
Theaterbosketts zerfällt in »Freilichtbühne« und Königsbusch.
15 Ebd., S. 60.
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Musiktheater im höfischen Raum des frühneuzeitlichen Europa
Hof – Oper – Architektur
- Title
- Musiktheater im höfischen Raum des frühneuzeitlichen Europa
- Subtitle
- Hof – Oper – Architektur
- Authors
- Margret Scharrer
- Heiko Laß
- Editor
- Matthias Müller
- Publisher
- Heidelberg University Publishing
- Date
- 2020
- Language
- German
- License
- CC BY-SA 4.0
- ISBN
- 978-3-947732-36-4
- Size
- 19.3 x 26.0 cm
- Pages
- 618
- Keywords
- Kunstgeschichte, Architektur, Oper, art history, architecture, opera
- Category
- Kunst und Kultur