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Musiktheater im höfischen Raum des frühneuzeitlichen Europa - Hof – Oper – Architektur
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Ronald Clark 190 neueren Bühnentechnik zu genügen, war es lediglich nötig, für das Orchester eine kleine Vertiefung vor der Bühne zu schaffen. Im Übrigen wurde der Zuschauerraum so gestaltet, dass er jetzt 600 Besuchern Platz bietet. Eine räumliche Schwäche des Gartentheaters konnte mit geringen Mitteln geschickt behoben werden. Bühne und Zuschauerraum wurden früher durch einen störend wirkenden breiten Weg getrennt. Durch Herstellung je eines Heckenvorraumes zu beiden Seiten des Heckentheaters sind jetzt die Bühne und der Zuschauerraum zu einer baulichen Einheit zusammen- geschlossen. Die breite Wegefläche, die vordem die beiden Teile störend trennte, ist als Parkett vor dem aufsteigenden Zuschauerraum des Amphitheaters gewonnen worden. Eine weitere wesentliche Verbesserung der Gesamtwirkung wurde sodann noch da- durch erreicht, dass eine eng gestellte Reihe starker Linden, die schon in breiter Kas- tenform geschnitten sind, auf der oberen Plattform des Zuschauerraumes angepflanzt wurden. Besondere Sorgfalt wurde auf die Instandsetzung der Bildwerke verwandt, die die Gartenbühne beleben.  […] Natürlich wurden auch die Beleuchtungseinrichtungen geschaffen, die für die Gartenbühne notwendig sind. Mit Stolz können wir sagen, dass das Gartentheater heute wieder allen Ansprüchen genügt, die an eine Freilichtbühne zu stellen sind.«15 Die Darstellung des Stadtgartendirektors Wernicke verdeutlicht, dass die Einbin- dung des Theaterbosketts in die Grundstruktur des Großen Gartens durch die West- Ost-Achse von den Verantwortlichen der Umgestaltung nicht erkannt, sondern als »räumliche Schwäche« betrachtet wurde, die durch eine Verengung des als »störend wirkenden breiten Weges« behoben werden konnte. Bühne, Theaterparterre und Am- phitheater sind dadurch »als bauliche Einheit zusammengeschlossen«. Dabei sind wohl vor allem Gründe der besseren Bespielbarkeit als »Freilichtbühne« ausschlaggebend gewesen. Dazu passte dann auch die eng gestellte Reihe kastenförmig geschnittener Linden auf dem oberen Rang des Amphitheaters, die die umgebenden restlichen Gar- tenbereiche ausblenden und den Blick entlang der Nord-Süd-Achse auf den Mittelrisalit des Galeriegebäudes mit seinen Herrschaftssymbolen verhindern. Auch die Neugestal- tung des Königsbuschs entsprach dem Konzept, nach Innen orientierte Räume ohne Bezug zum übrigen Garten zu schaffen. Zusätzlich nimmt die neue Binnengliederung mit zwei Eingängen und zwei umlaufenden Wegen in Form und Ausrichtung keine Verbindung mehr zur Rhythmik der Baumstellungen, Figuren und Nischen des Amphi- theaters auf und löst sich somit von den Theaterbereichen. Die ehemalige Einheit des Theaterbosketts zerfällt in »Freilichtbühne« und Königsbusch. 15 Ebd., S.  60.
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Musiktheater im höfischen Raum des frühneuzeitlichen Europa Hof – Oper – Architektur
Titel
Musiktheater im höfischen Raum des frühneuzeitlichen Europa
Untertitel
Hof – Oper – Architektur
Autoren
Margret Scharrer
Heiko Laß
Herausgeber
Matthias Müller
Verlag
Heidelberg University Publishing
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-SA 4.0
ISBN
978-3-947732-36-4
Abmessungen
19.3 x 26.0 cm
Seiten
618
Schlagwörter
Kunstgeschichte, Architektur, Oper, art history, architecture, opera
Kategorie
Kunst und Kultur
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