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Marco Karthe
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und präsentierten sich bevorzugt im Rampenlicht, was bis heute sprichwörtlich überlie-
fert ist. Nur noch in Gotha ist eine originale Rampenbeleuchtung dieses Alters erhalten,
die durch Versenkung in die Unterbühne eine Nachtstimmung erzeugen konnte. Als
Leuchtmittel dienten im Bühnenbereich besonders Rüböl und Unschlitt, Kerzen aus teu-
rem Bienenwachs kamen nur im Zuschauerraum und bei der Rampenbeleuchtung zum
Einsatz. Das offene Licht und die Anwendung von pyrotechnischen Effekten waren in
vielen Theatern die Ursache für katastrophale Theaterbrände. In der Geschichte des Go-
thaer Schlosstheaters ist ein solcher nicht verzeichnet, da umfassende Brandschutzmaß-
nahmen seit der ersten Vorstellung im 17.
Jahrhundert zur Selbstverständlichkeit gehör-
ten. Somit blieb das Theater bis heute in so beeindruckender Vollständigkeit erhalten.
Weltbekannt wurde dieses Kleinod deutscher Theaterkultur in der zweiten Hälfte
des 18.
Jahrhunderts, als im Jahr 1774 der »Vater der deutschen Schauspielkunst«, Con-
rad Ekhof (1720–1778), mit der Wanderkomödiantentruppe des Abel Seyler (1730–1800)
aus Weimar nach Gotha kam (Abb.
8). Ekhof galt als größter dramatischer Schauspieler,
als der »Nestor« der realistischen Schauspielkunst, die sich zu dieser Zeit erst heraus-
bildete. Bereits 1753 hatte er mit der Begründung der »Akademie der Schönemannschen
Gesellschaft« während eines Aufenthaltes am Schweriner Hof den ernsthaften Versuch
unternommen, das Schauspielwesen zu einer gesellschaftlich anerkannten Kunst zu
kultivieren und damit auch den Schauspieler als Künstler zu etablieren. Dieser Mission
widmete sich Ekhof während seines gesamten Lebens. 1767 war er in Hamburg an
der Schaffung eines Deutschen Nationaltheaters beteiligt, Gotthold Ephraim Lessings
(1729–1781) »Hamburgische Dramaturgie« legt von der vorbildhaften Schauspielkunst
Ekhofs beredtes Zeugnis ab.
Abbildung
8. Anton Graff, Conrad Ekhof,
Öl,
1774.
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Musiktheater im höfischen Raum des frühneuzeitlichen Europa
Hof – Oper – Architektur
- Title
- Musiktheater im höfischen Raum des frühneuzeitlichen Europa
- Subtitle
- Hof – Oper – Architektur
- Authors
- Margret Scharrer
- Heiko Laß
- Editor
- Matthias Müller
- Publisher
- Heidelberg University Publishing
- Date
- 2020
- Language
- German
- License
- CC BY-SA 4.0
- ISBN
- 978-3-947732-36-4
- Size
- 19.3 x 26.0 cm
- Pages
- 618
- Keywords
- Kunstgeschichte, Architektur, Oper, art history, architecture, opera
- Category
- Kunst und Kultur