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Musiktheater im höfischen Raum des frühneuzeitlichen Europa - Hof – Oper – Architektur
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Marco Karthe 596 und präsentierten sich bevorzugt im Rampenlicht, was bis heute sprichwörtlich überlie- fert ist. Nur noch in Gotha ist eine originale Rampenbeleuchtung dieses Alters erhalten, die durch Versenkung in die Unterbühne eine Nachtstimmung erzeugen konnte. Als Leuchtmittel dienten im Bühnenbereich besonders Rüböl und Unschlitt, Kerzen aus teu- rem Bienenwachs kamen nur im Zuschauerraum und bei der Rampenbeleuchtung zum Einsatz. Das offene Licht und die Anwendung von pyrotechnischen Effekten waren in vielen Theatern die Ursache für katastrophale Theaterbrände. In der Geschichte des Go- thaer Schlosstheaters ist ein solcher nicht verzeichnet, da umfassende Brandschutzmaß- nahmen seit der ersten Vorstellung im 17.  Jahrhundert zur Selbstverständlichkeit gehör- ten. Somit blieb das Theater bis heute in so beeindruckender Vollständigkeit erhalten. Weltbekannt wurde dieses Kleinod deutscher Theaterkultur in der zweiten Hälfte des 18.  Jahrhunderts, als im Jahr 1774 der »Vater der deutschen Schauspielkunst«, Con- rad Ekhof (1720–1778), mit der Wanderkomödiantentruppe des Abel Seyler (1730–1800) aus Weimar nach Gotha kam (Abb.  8). Ekhof galt als größter dramatischer Schauspieler, als der »Nestor« der realistischen Schauspielkunst, die sich zu dieser Zeit erst heraus- bildete. Bereits 1753 hatte er mit der Begründung der »Akademie der Schönemannschen Gesellschaft« während eines Aufenthaltes am Schweriner Hof den ernsthaften Versuch unternommen, das Schauspielwesen zu einer gesellschaftlich anerkannten Kunst zu kultivieren und damit auch den Schauspieler als Künstler zu etablieren. Dieser Mission widmete sich Ekhof während seines gesamten Lebens. 1767 war er in Hamburg an der Schaffung eines Deutschen Nationaltheaters beteiligt, Gotthold Ephraim Lessings (1729–1781) »Hamburgische Dramaturgie« legt von der vorbildhaften Schauspielkunst Ekhofs beredtes Zeugnis ab. Abbildung  8.  Anton Graff, Conrad Ekhof, Öl,  1774.
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Musiktheater im höfischen Raum des frühneuzeitlichen Europa Hof – Oper – Architektur
Titel
Musiktheater im höfischen Raum des frühneuzeitlichen Europa
Untertitel
Hof – Oper – Architektur
Autoren
Margret Scharrer
Heiko Laß
Herausgeber
Matthias Müller
Verlag
Heidelberg University Publishing
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-SA 4.0
ISBN
978-3-947732-36-4
Abmessungen
19.3 x 26.0 cm
Seiten
618
Schlagwörter
Kunstgeschichte, Architektur, Oper, art history, architecture, opera
Kategorie
Kunst und Kultur
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