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Mythen in deutschsprachigen Geschichtsschulbüchern - Von Marathon bis zum Élyseée-Vertrag
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oder islamischenKontextenmythischeBedeutunghat, ist auf christlicherSeite die Bedeutung der Befreiung Jerusalems 1099 erloschen und taugen die Kreuzzüge imsäkularenKontextMitteleuropasnurnochzurAbgrenzung.Der »Ereignismythos« ist inder arabisch-islamischenWeltmit jüngerenGeschich- ten von Unterdrückung und Befreiung vonwesteuropäischer Herrschaft ver- knüpft. Insofern ordnet er sich ein in eine zeitübergreifende Geschichte isla- mischerZivilisationmitwestlicherUnzivilisation. InderwestlichenWahrneh- mungkommtdieAblehnungderKreuzzügemitderAbgrenzungvomkirchlich bestimmten finsterenMittelalter zusammen, während das Positivnarrativ der historischenÜberwindungreligiösbestimmterPolitikwenigerdeutlichzulesen ist. ProblematischeNarrativeoder zudekonstruierender»Mythos« AufgabederTagungwardie FragenachderTragfähigkeit desMythos-Begriffs für dieGeschichtsdidaktik. Die ursprünglich in derReligionswissenschaft be- heimateteRede vomMythos ist geeignet, bei Schulbuchanalysendas Interesse auf weltbildorientierende Geschichten und ihreÜberlieferungsinteressen zu fokussieren. Zugleich sichert die eigene Textgattung als UrgeschichteMythen auch erst einmal ein Recht aufWahrnehmung ihrer eigenen Logik und ihres Sitzes im Leben, bevor die Kritik einsetzt, wie etwa in der protestantischen TheologieMitteleuropas daswirkungsmächtige Programmder Entmythologi- sierung.DieFrage ist aber auch, obmandenkulturwissenschaftlichen Import Mythos zur Beschreibung geschichtskultureller Phänomene braucht, wenn er schon inder allgemeinenDiskussionum»KollektivesGedächtnis undErinne- rungskulturen«68nicht so zentral ist, wie es nach denWerken Jan undAleida Assmanns scheint, und auch in der politikwissenschaftlichen Diskussion die legitimatorische Funktion vonMythen nach ihrerDelegitimierung ruft: »Der politischeMythos,derimLaufederGeschichteimmeraufsNeueUnheilgestiftet hat, sollte deshalb stets durch den entlarvenden Logos hinterfragt werden.«69 Geht man an Schulbücher primär fachwissenschaftlich oder gesellschafts- politisch heran, so kann man den Begriff Mythos in seiner pejorativen Ab- schattungalsFiktionleichtgebrauchen.Erkönnteaufeinegesellschaftspolitisch relevante Darstellung hinweisen, in der die Komplexität in aus fachwissen- 68 MathiasBerek,KollektivesGedächtnis unddie gesellschaftlicheKonstruktionderWirklich- keit,Wiesbaden:Harrassowitz, 2009;AstridErll,KollektivesGedächtnis undErinnerungs- kulturen, Stuttgart/Weimar:Metzler, 2.Auflage2011. 69 Vgl. Yves Bizeul, »PolitischeMythen«, in: Heidi Hein-Kircher undHans Henning Hahn (Hg.): PolitischeMythen im 19. und 20. Jahrhundert inMittel- und Osteuropa, Marburg: Herder, 2006, 3–14, 14. »Mythos«ersterKreuzzug 153 Open-Access-Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY
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Mythen in deutschsprachigen Geschichtsschulbüchern Von Marathon bis zum Élyseée-Vertrag
Title
Mythen in deutschsprachigen Geschichtsschulbüchern
Subtitle
Von Marathon bis zum Élyseée-Vertrag
Authors
Roland Bernhard
Susanne Grindel
Felix Hinz
Editor
Christoph Kühberger
Publisher
Vandenhoeck & Ruprecht Verlage
Date
2017
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
978-3-7370-0686-6
Size
15.5 x 23.2 cm
Pages
294
Category
Lehrbücher
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