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Mythen in deutschsprachigen Geschichtsschulbüchern - Von Marathon bis zum Élyseée-Vertrag
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Mythosstellt indiesemOrchesterdersymbolischenPolitikjedochdurchausein zentralesElementdar.UmdenKernbestanddiesesMythoszuklären,werdeich michvorrangig auf IanKershawstützen sowie aufmeine eigenenForschungs- arbeiten zur Rolle Hitlers auf inszenierten nationalsozialistischen Veranstal- tungen und politischen Festen, daman sie als politischeMikrokosmen einer verdichteten symbolischenPolitik lesenkann.12 DieöffentlicheWahrnehmungAdolfHitlers als politischerAkteur ist –wie dies bei Mythen, die sich um Personen ranken, oft beobachtbar – von einer medialen Inszenierung geprägt. Es geht dabei gar nicht vorrangig darum,wer AdolfHitlerimbiografisch-psychologischenSinnwarundwasertatsächlichtat, sondern primär darum, wieman seineHandlungen und seine Vergangenheit sinnbildendmedial vermittelte.Die politischeKommunikationbzw.dienatio- nalsozialistischePropaganda spielt dabei eine entscheidendeRolle.13 AdolfHitlerwurdeseitensseinerAnhängerInnenabdemBürgerbräu-Putsch (1923) sukzessive zu einem politischen Helden mit quasireligiösen Zügen hochstilisiert, der durch seine Entscheidungen und sein politisches Handeln dazu imStandewäre, diedeutscheNationzu retten.Derdazu installiertepoli- tische Mythos überhöhte seine Person zwischen persönlicher Herkunft, Kriegserfahrung, genuiner politischer Idee, Opferbereitschaft, Gefängnishaft und Aktivismus zum Retter der Gegenwart und Zukunft. Dies wurde inner- parteilich dazu genutzt, umüber den »Führer-Mythos« »denMangel an ideo- logischerEinheit undKlarheit verschiedenerFraktionen innerhalbderNS-Be- wegung«auszugleichen.14 InderAußendarstellungdientederMythosdazu,ein leuchtendesVorbildzuschaffen.GanzinderInterpretationvonAndreasDörner übernimmtderMythosdabei, als Sinnkonstruktion, eine Perspektivierung vonWelt, indem Schneisen und Präferenzstrukturen in die unüberschaubaren Erfahrungsdaten eingezogen werden und Fragen nach dem ›Warum‹beantwortetwerden.SinnmachtdieWelt–einegegenwärtigeoderaucheine zukünftige,nochzuschaffendeWelt–plausibelundevident.Sinnzeigt,daßetwas im UnterschiedzuanderenMöglichkeitensoist,wiees ist; erbegründet,warumessoist, und versichert, daß es gut ist. [… ] [Mythen]machen politische Realität nicht nur wahrnehmbar,sondernunterlegenihrauchPlausibilitätsstrukturenundverleihendem Handeln, andemmanselbstbeteiligt ist, Sinn.15 12 Vgl. Kershaw,DerHitler-Mythos; ChristophKühberger,Metaphern derMacht. Ein kultu- rellerVergleichderpolitischenFeste imfaschistischenItalienundimnationalsozialistischen Deutschland, Berlin: Lit, 2006; vgl. auch: Christoph Raichle,Hitler als Symbolpolitiker, Stuttgart:Kohlhammer, 2014. 13 Vgl. einen ähnlichenZugang fürBenitoMussolini bei: LuisaPasserini,Mussolini immagi- nario, Bari: Laterza, 1991. 14 Kershaw,DerHitler-Mythos, 41. 15 Dörner,PolitischerMythosundSymbolischePolitik, 52f. Hitler-Mythen inösterreichischenGeschichtsschulbüchern 187 Open-Access-Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY
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Mythen in deutschsprachigen Geschichtsschulbüchern Von Marathon bis zum Élyseée-Vertrag
Title
Mythen in deutschsprachigen Geschichtsschulbüchern
Subtitle
Von Marathon bis zum Élyseée-Vertrag
Authors
Roland Bernhard
Susanne Grindel
Felix Hinz
Editor
Christoph Kühberger
Publisher
Vandenhoeck & Ruprecht Verlage
Date
2017
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
978-3-7370-0686-6
Size
15.5 x 23.2 cm
Pages
294
Category
Lehrbücher
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