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Mythen in deutschsprachigen Geschichtsschulbüchern - Von Marathon bis zum Élyseée-Vertrag
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ZueinemBruchmitderPersonalisierunginderGeschichtsdidaktikkamesaber vorallemaufgrundeineretwaszeitverzögertenRezeptionderUntersuchungvon Ludwig von Friedeburg und Peter Hübner aus dem Jahr 1970.44 Sie konnten nämlichineinerempirischenUntersuchungmitdeutschenJugendlichenzeigen, dassdiesevorrangigeinpersonalisiertesGeschichtsbildbesaßen: GeschichtlicheEreignisseund ihreZusammenhängewerden in aufgeblähtenKatego- rienderAlltagserfahrungdargestellt,wosienicht–vorallembeiJüngerenetwabiszu 13 Jahren – ganz auf die normalen Kategorien ›unmittelbarerer‹ sogenannter kon- kretistischerErfahrungenreduziertsind.Dieseerschöpfensichweitgehenddarin,daß allehistorischenEreignisseundgesellschaftlichenVerhältnisseimmeralsdasErgebnis desStrebensundHandelnseinzelnerPersonenaufgefaßtwerden.45 Klaus Bergmann verarbeitete in seinem Büchlein Personalisierung im Ge- schichtsunterricht die Einsichten von Friedeburg/Hübner und konnte anhand dergeschichtsdidaktischenTraditionenFehlentwicklungenaufdecken,diemeist auf einer unkritisch rezipiertenEntwicklungspsychologie beruhten (insbeson- dereaufdaswenig empirischabgesicherte Stufenmodell vonHeinrichRoth46). Entsprechendeinerdemokratisch-emanzipatorischenGrundhaltungprangerte Bergmannan,dassPersonalisierungdenjungenMenschenkeinenEinblickbiete in die politischenMöglichkeitender einzelnenMenschen sowie in eineWahr- nehmung von wirtschaftlichen, politischen und kulturellen Strukturen, die durch »große Männer« verstellt würde, »innerhalb deren sich das Handeln Einzelner, vonGruppen oder Klassen vollzieht.«47Darüber negiert die Perso- nalisierung die Möglichkeiten der politischen Mitbestimmung/ -gestaltung sämtlicherMitglieder einer Gesellschaft. Gleichzeitig führe es zu einer poten- ziellen Leugnung vonMit-Verantwortung für politische Entwicklungen inner- halb einer Gesellschaft, was letztlich zu einer Entschuldigung für das eigenen politische Fehlverhalten verkommen könne.48 Der Gegensatz zwischen den Persönlichkeiten, diePolitik/»Geschichte«machen, und jenen, die diesenPro- zessen von oben ausgeliefert sind, befördere eine passiveWeltrezeption und bilde einenpassivenBürgeroder einepassiveBürgerin aus.49DieBedenkenlo- sigkeit,mit derHeinrichRoth imRahmenderElementarisierungdesHistori- 44 ÄhnlichArgumentiert auchBarbaraCaine imZusammenhangmit der biografischenFor- schung inderGeschichtswissenschaft; vgl.Caine,BiographyandHistory, 23. 45 LudwigvonFriedeburgundPeterHübner,DasGeschichtsbildderJugend,München:Juventa Verlag, 1970, 10. 46 Vgl. HeinrichRoth,KindundGeschichte. PsychologischeVoraussetzungen des Geschichts- unterrichtes inderVolksschule,München:Kösel, 1955. 47 Bergmann,Personalisierung imGeschichtsunterricht–ErziehungzurDemokratie?, 41. 48 Ebd. 49 Ebd., 55f. Hitler-Mythen inösterreichischenGeschichtsschulbüchern 193 Open-Access-Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY
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Mythen in deutschsprachigen Geschichtsschulbüchern Von Marathon bis zum Élyseée-Vertrag
Title
Mythen in deutschsprachigen Geschichtsschulbüchern
Subtitle
Von Marathon bis zum Élyseée-Vertrag
Authors
Roland Bernhard
Susanne Grindel
Felix Hinz
Editor
Christoph Kühberger
Publisher
Vandenhoeck & Ruprecht Verlage
Date
2017
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
978-3-7370-0686-6
Size
15.5 x 23.2 cm
Pages
294
Category
Lehrbücher
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