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Mythen in deutschsprachigen Geschichtsschulbüchern - Von Marathon bis zum Élyseée-Vertrag
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VergleichtmanallevierthematischenBereicheüberalleSchulbücherhinwegals eineArtsystemischeEinsichtindenösterreichischenSchulbuchmarkt(Abb.7), zeigt sich, dass es einen eindeutigen Trend gibt, Hitler als zentrale Figur zu positionieren, die in den untersuchten historischen Narrationen auch Hand- lungsagenden übernimmt bzw. zentral für Zustände und Entwicklungen, vor allemimBereichderMachtübertragungunddesZweitenWeltkriegs, steht.Die UnterkapitelzumWiderstandgegendenNationalsozialismussindhingegenvon einempassivenHitlergeprägt,alsoeinerPersönlichkeit,mitderetwaspassiert, währendHitler imBereichderErzählungenüberHolocaustundVerfolgung im Vergleichdazunahezunicht anwesendscheint. VertieftmandiesenBlicknun imZusammenhangmitdeneinzelnenUnter- kapiteln,zeigtsichvorallem,dasssechsSchulbücherganzohnedieErwähnung vonAdolfHitler auskommen, umdenBereich »Holocaust/Verfolgung« zu er- zählen. Es sei an dieser Stelle die These erlaubt, dass die unterschiedlichen PersonalisierungsfrequenzenindeneinzelnenhiervorstelltenKapitelvorallem auchaufReflexionsqualitätenderGeschichtswissenschaftundGeschichtskultur zurückzuführen sind, indem nämlich der Bereich Holocaust und Verfolgung weitaus stärker als andereTeilaspekte derGeschichte desNationalsozialismus der Kritik ausgesetzt war, dass nicht nur Adolf Hitler für die Ermordung der Juden und Jüdinnen verantwortlich sei, sondern ein System aus Tätern und TäterinnenundZuschauenden70. Es kann ausmeiner Perspektive heraus hin- gegennichtdieTheseaufgestelltwerden,dassdieösterreichischenSchulbücher eineVorstellungverbreiten,wonachAdolfHitlernichtsvonderJudenverfolgung und -ermordunggewusst hätte, da dies so ankeiner Stelle positioniertwurde. Vielmehr kann anhand dieser Schulbücher gezeigt werden, dass die Verant- wortung und Handlungen dem »NS-Regime« bzw. den »Nationalsozialisten« zugeschriebenwerden. Esdarf daher andieser Stelle angemerktwerden, dass auch inden anderen Bereichen zur Geschichte des Nationalsozialismus für die Ausgestaltung der historischen Narrationen in Geschichtsschulbüchern eine ähnlich kritische Herangehensweise zielführendwäre. Eine, die danach fragt, wer oder was für bestimmteEntwicklungenundZuständeverantwortlichodereinflussnehmend zeichnet, ohnehier vermeintlich elementarisierendenunddamit verzerrenden InterpretationenPlatz zugeben. 70 Ohne eine eingehende Analyse zumBereich der ZuschauerInnen bzw. bystanders vorge- nommen zu haben, scheint dieser Aspekt noch relativ selten in den österreichischen Schulbüchernpräsent zu sein. ChristophKühberger204 Open-Access-Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY
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Mythen in deutschsprachigen Geschichtsschulbüchern Von Marathon bis zum Élyseée-Vertrag
Title
Mythen in deutschsprachigen Geschichtsschulbüchern
Subtitle
Von Marathon bis zum Élyseée-Vertrag
Authors
Roland Bernhard
Susanne Grindel
Felix Hinz
Editor
Christoph Kühberger
Publisher
Vandenhoeck & Ruprecht Verlage
Date
2017
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
978-3-7370-0686-6
Size
15.5 x 23.2 cm
Pages
294
Category
Lehrbücher
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