Web-Books
im Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Lehrbücher
Mythen in deutschsprachigen Geschichtsschulbüchern - Von Marathon bis zum Élyseée-Vertrag
Seite - 204 -
  • Benutzer
  • Version
    • Vollversion
    • Textversion
  • Sprache
    • Deutsch
    • English - Englisch

Seite - 204 - in Mythen in deutschsprachigen Geschichtsschulbüchern - Von Marathon bis zum Élyseée-Vertrag

Bild der Seite - 204 -

Bild der Seite - 204 - in Mythen in deutschsprachigen Geschichtsschulbüchern - Von Marathon bis zum Élyseée-Vertrag

Text der Seite - 204 -

VergleichtmanallevierthematischenBereicheüberalleSchulbücherhinwegals eineArtsystemischeEinsichtindenösterreichischenSchulbuchmarkt(Abb.7), zeigt sich, dass es einen eindeutigen Trend gibt, Hitler als zentrale Figur zu positionieren, die in den untersuchten historischen Narrationen auch Hand- lungsagenden übernimmt bzw. zentral für Zustände und Entwicklungen, vor allemimBereichderMachtübertragungunddesZweitenWeltkriegs, steht.Die UnterkapitelzumWiderstandgegendenNationalsozialismussindhingegenvon einempassivenHitlergeprägt,alsoeinerPersönlichkeit,mitderetwaspassiert, währendHitler imBereichderErzählungenüberHolocaustundVerfolgung im Vergleichdazunahezunicht anwesendscheint. VertieftmandiesenBlicknun imZusammenhangmitdeneinzelnenUnter- kapiteln,zeigtsichvorallem,dasssechsSchulbücherganzohnedieErwähnung vonAdolfHitler auskommen, umdenBereich »Holocaust/Verfolgung« zu er- zählen. Es sei an dieser Stelle die These erlaubt, dass die unterschiedlichen PersonalisierungsfrequenzenindeneinzelnenhiervorstelltenKapitelvorallem auchaufReflexionsqualitätenderGeschichtswissenschaftundGeschichtskultur zurückzuführen sind, indem nämlich der Bereich Holocaust und Verfolgung weitaus stärker als andereTeilaspekte derGeschichte desNationalsozialismus der Kritik ausgesetzt war, dass nicht nur Adolf Hitler für die Ermordung der Juden und Jüdinnen verantwortlich sei, sondern ein System aus Tätern und TäterinnenundZuschauenden70. Es kann ausmeiner Perspektive heraus hin- gegennichtdieTheseaufgestelltwerden,dassdieösterreichischenSchulbücher eineVorstellungverbreiten,wonachAdolfHitlernichtsvonderJudenverfolgung und -ermordunggewusst hätte, da dies so ankeiner Stelle positioniertwurde. Vielmehr kann anhand dieser Schulbücher gezeigt werden, dass die Verant- wortung und Handlungen dem »NS-Regime« bzw. den »Nationalsozialisten« zugeschriebenwerden. Esdarf daher andieser Stelle angemerktwerden, dass auch inden anderen Bereichen zur Geschichte des Nationalsozialismus für die Ausgestaltung der historischen Narrationen in Geschichtsschulbüchern eine ähnlich kritische Herangehensweise zielführendwäre. Eine, die danach fragt, wer oder was für bestimmteEntwicklungenundZuständeverantwortlichodereinflussnehmend zeichnet, ohnehier vermeintlich elementarisierendenunddamit verzerrenden InterpretationenPlatz zugeben. 70 Ohne eine eingehende Analyse zumBereich der ZuschauerInnen bzw. bystanders vorge- nommen zu haben, scheint dieser Aspekt noch relativ selten in den österreichischen Schulbüchernpräsent zu sein. ChristophKühberger204 Open-Access-Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY
zurück zum  Buch Mythen in deutschsprachigen Geschichtsschulbüchern - Von Marathon bis zum Élyseée-Vertrag"
Mythen in deutschsprachigen Geschichtsschulbüchern Von Marathon bis zum Élyseée-Vertrag
Titel
Mythen in deutschsprachigen Geschichtsschulbüchern
Untertitel
Von Marathon bis zum Élyseée-Vertrag
Autoren
Roland Bernhard
Susanne Grindel
Felix Hinz
Herausgeber
Christoph Kühberger
Verlag
Vandenhoeck & Ruprecht Verlage
Datum
2017
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-7370-0686-6
Abmessungen
15.5 x 23.2 cm
Seiten
294
Kategorie
Lehrbücher
Web-Books
Bibliothek
Datenschutz
Impressum
Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Mythen in deutschsprachigen Geschichtsschulbüchern