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aus erster Ehe Maria Susanna Lerch(er), verehel. Jahn sowie die Kinder ihrer Tochter aus
der dritten Ehe Maria Katharina Reischmann. Sie hatte für sich 1000 Seelenmessen ge-
stiftet und testamentarisch angeordnet, in der Gruft bei St. Stephan wie ihr Sohn Michael
Lercher und in Begleitung der Minoriten, Franziskaner, Dominikaner und der Armen aus
dem Johann-Nepomuceni-Spital und dem Sonnenhof sowie mit Aufsetzung des Bruder-
schaftszeichens bestattet zu werden; auch hatte sie verschiedene Stiftungen gemacht. Dabei
spielte neben religiösen Motiven möglicherweise auch der Wunsch eine Rolle, ihren Er-
folg in einer männerdominierten Berufswelt auf eine der damaligen Zeit entsprechende Art
sichtbar zu machen. Dank ihrer starken Persönlichkeit und den handgreiflichen Beweisen
ihrer Tüchtigkeit sind auch in den älteren biographischen Zeugnissen und Beschreibungen
keine Zweifel an ihren persönlichen beruflichen Erfolgen zu bemerken – im Unterschied
zur Beschreibung manch anderer Frauen.
L.: Durstmüller 1982, Hofmann-Weinberger 2001, Mayer 1887
Edith Stumpf-Fischer
Schiller Elsa; Pianistin
Geb. Baden bei Wien, NÖ,18. 10. 1897
Gest. München, Bayern, BRD (Deutschland), 26. 11. 1974 (27. 11. )
Herkunft, Verwandtschaften: Vater: Siegmund Schiller; Mutter: Ida Mandl.
Ausbildungen: Besuchte ein Lyzeum in Budapest und studierte ab 1908 Klavier an der Mu-
sikhochschule bei Ernst von Dohnányi, Kammermusik und Theorie bei Leo Weiner. Nach
dem Abschlussdiplom 1921 studierte sie 1921/22 in Dresden bei Emil von Sauer.
Laufbahn: E. Sch. trat ab 1921 als Konzertpianistin und Liedbegleiterin in ganz Europa auf.
Sie war als Musiklehrerin an der Liszt-Akademie tätig und leitete ein Kammerorchester
in Berlin. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten war sie als Jüdin und Lesbe
doppelt verfolgt. Nachdem sie mehrere Jahre bei verschiedenen Freundinnen gelebt hatte,
meldete sie sich 1943 selbst bei der Gestapo. Sie wurde nach Theresienstadt deportiert und
entkam nur knapp der Liquidation der „kulturellen Abteilung“ des Konzentrationslagers
1944. Nach dem Ende des Krieges kehrte sie nach Berlin zurück. Sie arbeitete zunächst als
Musiklehrerin, 1947–1952 war sie Leiterin der Abteilung Ernste Musik bei RIAS-Berlin
und ab 1955 (a. A.1950) Produktionschefin der Deutschen Grammophon-Gesellschaft und
1959 Programmdirektorin der E-Musikabteilung. Sie verpflichtete viele international be-
kannte Musiker (u. a. Lorin Maazel und Herbert v. Karajan).
Qu.: Judaica-Archiv/ÖNB.
L.: Heuer Bd. 1, Riemann 1975, Lebrecht Norman: How the pernicious idea that art can be …:
http://www.jewishworldreview.com/
Schiller Emma; Schriftstellerin
Geb. Wien, 1868
Gest. ?
Laufbahn: Schilderte die Wiener Sitte und Art in Skizzenform.
W.: „Mein liebes Wien“ (1917/18), „Erlebtes und Erlauschtes“ (1917)
L.: Giebisch/Pichler/Vancsa 1948
biografiA.
Lexikon österreichischer Frauen, Volume 3, P – Z
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
- Title
- biografiA.
- Subtitle
- Lexikon österreichischer Frauen
- Volume
- 3, P – Z
- Editor
- Ilse Korotin
- Publisher
- Böhlau Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 2016
- Language
- German
- License
- CC BY-NC 3.0
- ISBN
- 978-3-205-79590-2
- Size
- 17.4 x 24.5 cm
- Pages
- 1238
- Category
- Lexika