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Nach 1918
Aus Österreichs Höhe und Niedergang - Eine Lebensschilderung
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deutlich zu demonstrieren, meiner Ansicht nach wohl das wichtigste taktische Detail der Gefechtsführung. ]\üt reichlich viel Munition ließ ich ein wirkliches Artilleriewirkungsfeuer durchführen. Aus einer Angriffsbasis von 8km wurde das Feuer gegen den Einbruchsraum konzentriert und erst, als die Zielveränderungen deutlich sichtbar waren, der Infanterieangriff vorgetragen und die Stellung, eine do- minierende Felsposition, gestürmt. Die verherende Wirkung, die das Feuer mit mathematischer Verläßlichkeit erbringen mußte, wurde an Ort und Stelle besehen und darauf hingewiesen, wie darnach der Sturmangriff wesentlich erleichtert sei. Diesen Grundsatz betonte ich bei jeder Gelegenheit als Korpskommandant und auch später als Armeeinspektor. Leider war es nicht möglich, ihm Geltung zu ver- schaffen, da der Generalstab von solch systematischer, gründlicher, allerdingsauch langweiligerundwohl auch schwer darstellbarerFeuer- vorbereitung wenig wissen wollte. Um so weniger, als dieser Grund- satz die bisher angenommene Manöverpraxis vielfach gestört hätte. In den Schriften wurde darüber wohl doziert. In Praxis kam aber jeder zu kurz, der gründlich sein wollte. In der Richtung dieses Grundsatzes waren übrigens die Franzosen am besten vorgebüdet, imd von ihnen stammt auch der Begriff des ,,Trommelfeuers", das schließlich nichts anderes ist, als die Anwendung katexochen jener früher dargelegten taktischen Grundregel. Jene Übungsperiode endete mit einem dreitägigen freizügigen Ma- növer. Von meinem Standpunkte aus, einem 1900m hohen, isolierten Bergkegel, konnte ich alle Phasen beobachten. Am letzten Manöver- tag, um 6 Uhr früh, ging der Angriff der Entscheidung entgegen. Die Sonne stieg in leichte violette Schleier gehüllt hinter dem ge- waltigen Dormitor— Montenegros Wahrzeichen— empor und goß ihren märchenhaften Farbenglanz auf die bizarren Felsen, Täler imd Schrunde. Es war eine ernste, strenge Natur, die ihren Söhnen keine Geschenke bot. Und doch konntemanverstehen, daßauch dieseöden, sterüen, zur Armut verdammten Felsen und Grate ob ihrer wilden Schönheit geliebt und mit Stolz Heimat genannt wurden. Ich fühlte ein wehmütiges Abschiednehmen von meinem geliebten Korpsbereich. Und als später die Bataillone an mir vorbeidefilierten, präzise, stramm geschlossen, Mann für Mann in vollendeter Haltung, trotz schwierig- ster Wegeverhältnisse, hatte ich das befriedigende Bewußtsein, daßichmeinKorpsin bester undschönsterOrdnung übergeben würde. Eine Woche später erhielt ich aus der Müitärkanzlei ein Chiffre- telegramm, ich möge mich umgehend in Wien einfinden. Angekom- men, erwartete mich Brosch am Bahnhof und bat mich, sofort im Belvedere zu erscheinen. Nach herzlicher Begrüßimg eröffnete mir 150
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Aus Österreichs Höhe und Niedergang Eine Lebensschilderung
Title
Aus Österreichs Höhe und Niedergang
Subtitle
Eine Lebensschilderung
Author
Auffenberg von Komarów
Publisher
Drei Masken Verlag München
Location
München
Date
1921
Language
German
License
PD
Size
13.4 x 21.6 cm
Pages
536
Categories
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