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Nach 1918
Aus Österreichs Höhe und Niedergang - Eine Lebensschilderung
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Solch ein Modell war dann im Spätsommer des nächsten Jahres— bei Skoda— konstruiert. Nach meiner Demission wurde jedoch die ganze Frage erneut zur Diskussion gestellt, und nach mancherlei Schwankungen kam im Sommer 1914 ein mit schwacher Majorität gefaßter Kommissionsbeschluß zustande, der die Annahme eines von der Rheinländischen Metallfabrik Erhardt konstruierten Modells empfahl. 14Tage später brach der Krieg aus, und unsere Artillerie mußte mit den alten Haubitzen ins Feld ziehen. Erst während des Krieges wurden moderne Stahlgeschütze eingestellt und zwar doch nach dem System Skoda. Natürlich gelangten diese erst im Winter 1914—1915 zur Einstellung. Nach dieser Darstellung wird jeder- mann meineri früheren Ausspruch berechtigt finden und auch er- kennen, daß unsere Artillerie— im ersten Teil des Krieges— der gegnerischen nicht gewachsen sein konnte. In den letzten Oktobertagen fand eine gemeinsame Miaisterkon- ferenz zur Erledigung des Budgets für 1912 statt. Aehrenthal ent- wickelte sein Exposee über die äußere Lage. Darin wurde die Aktion Italiens gegen Tripolis zur Sprache gebracht. Doch im übrigen waren seine Worte nicht kalt, nicht warm, daher nicht sonderlich geeignet, mir als Stütze für meine Mehrforderungen zu dienen. Gleichwohl brachte ich sie ein und stellte in längerer Rede unsere müitärische, in erster Linie unsere artilleristische Situation dar, um daraus die Notwendigkeit einer baldigen Sanierung zu deduzieren. Doch der LiebeMüh' war umsonst. Die Minister, vor allem die ungarischen, klammerten sich an den Schönaichschen Pakt, über den sie absolut nicht hinausgehen wollten. Da ich aber annahm, daß meine Dar- legungen doch einen gewissen Eindruck gemacht hatten, so hoffte ich, daß bei einem nochmaligen Appell die eiserne Notwendigkeit siegen und ich in Gelegenheit kommen werde, zum mindesten die allerdringendsten artilleristischen Mehrforderungenim budgetmäßigen Wege decken zu können. Unter dieser Voraussetzungtmd imterdem Zwang der Umstände ließ ich zunächst die unbedingt notwendige Vorbestellung bei Skoda bewirken. Indessen war von den Korpskommanden an der italienischen Grenze eine Reihe von Berichten eingelangt, nach denen die Truppen- unterkünfte in den kleinen, an die Grenze vorgeschobenen Stationen alles zu wünschen übrig ließen. Überdies wuchsen auch die Anfor- derungen des Chefs des Generalstabes bezüglich der Festungsbauten an der Südwestfront von Tag zu Tag, so daß keine Möglichkeit be- stand, dieselben zu realisieren. Nach dem Schönaichschen Projekt waren hierfür wohl 15 MÜlionen vorgesehen, die aber auf einen Zeit- raum von fünf Jahren verteilt imd für alle Fronten der Monarchie 166
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Aus Österreichs Höhe und Niedergang Eine Lebensschilderung
Title
Aus Österreichs Höhe und Niedergang
Subtitle
Eine Lebensschilderung
Author
Auffenberg von Komarów
Publisher
Drei Masken Verlag München
Location
München
Date
1921
Language
German
License
PD
Size
13.4 x 21.6 cm
Pages
536
Categories
Geschichte Nach 1918
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