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Nach 1918
Aus Österreichs Höhe und Niedergang - Eine Lebensschilderung
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deutung. Für die Kriegsverwaltung ebenfalls ein Politikum, um bei dem ewigen Elräftespiel ein Pfand in der Hand zu haben. Nicht minder war es eine militärische Angelegenheit. Über die schließliche Finalisierung will ich später berichten. Durch den Umstand, daß ich in alle die Monarchie betreffenden Angelegenheiten hineingezogen wurde, vergrößerte sich mein Einfluß zusehends. Gleichwohl trug er schon den Todeskeim in sich, da mir die Gimst des Monarchen fehlte, ein für unsere Verhältnisse aus- schlaggebendes Moment. All meine Erfolge und meine getreuesten Bemühungen konnten daran nichts ändern. Nie fand ein anerken- nendes Wort des Kaisers den Weg zu mir und sollte ihn auch später- hin nicht finden. Nur die Ungnade hielt mit meinen Bestrebungen Schritt, imd das kaiserliche Mißtrauen blieb mir mit rührender Kon- sequenzerhalten, w'ofür die KamarillamitBedachtundEifer sorgte.— Ich wollte nun eine gründliche Reform des Verw'altungsapparates des Kriegsministeriums, ja der ganzen Armee, vornehmen, da ich mir bewußt war, daß wir im Verwaltungsdienst erstickten. Nach- forschungen, die ich als komm.andierender General in Bosnien hatte erheben lassen, brachten das überraschende Resultat, daß im Durch- schnitt auf jedes Bataillon drei Verwaltungsorgane kamen, abgesehen von den vier Rechnungsunteroffizieren der Kompanien. Das Kriegs- ministerium mit seinen Abteilungen und Dependancen hatte einen Status von etwa looo Personen, wobei mit der Anzahl der Schreib- kräfte auch progressiv die Schreibgeschäfte wuchsen. Ich fand, daß der ganze Verwaltungsaufbau, selbst die Verwaltungsgrundsätze ver- altet seien und von Organen geleitet wurden, die nach Veranlagung und Werdegang zwar den relativ einfachen Anforderungen des Frie- densdienstes gewachsen waren, im Kriege aber w'ahrscheinlich ver- sagen würden. Wie sollten auchMänner, die immer nur in kleinlichen Verhältnissen, oftnurimRechnungsdienstarbeiteten,vongroßenwirt- schaftlichen Dingen aber kaum eine Ahnung hatten, plötzhch herein- brechenden Anforderungen größten Stiles genügen? Kann doch ein kleiner braver I^andwirt auch nicht von heute auf morgen die Ap- provisionierung einer ganzen Stadt übernehmen!— Bei den zivüen Verwaltimgsämtem konnte ich mir wenig Belehrimg holen, da diese fast noch schwerfälliger, jedenfalls aber langsamer arbeiteten, als die militärischen. Und auch die Anpassungsfähigkeit an große Verhält- nisse war dort nicht leicht zu finden. So dachte ich an die großen industriellen Etablissements, an Gewerkschaften, Großfabriksbetriebe und ähnliche Institutionen. Mit diesen wollte ich in Kontakt treten, wollte besondere Kräfte an leitende Stellung herüberziehen, die den Verwaltungsdienst auf eine moderne Basis brächten. Mir schwebte 13» 195
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Aus Österreichs Höhe und Niedergang Eine Lebensschilderung
Title
Aus Österreichs Höhe und Niedergang
Subtitle
Eine Lebensschilderung
Author
Auffenberg von Komarów
Publisher
Drei Masken Verlag München
Location
München
Date
1921
Language
German
License
PD
Size
13.4 x 21.6 cm
Pages
536
Categories
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