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Nach 1918
Aus Österreichs Höhe und Niedergang - Eine Lebensschilderung
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Page - 219 - in Aus Österreichs Höhe und Niedergang - Eine Lebensschilderung

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Glück!" „Verschreien Sie mir's nicht!" antworte ich lachend. (Doch die Nornen hatten es offenbar schon gehört . . .) — Es ist natürlich, daß dieser sowie andere kleine Zwischenfälle, wenn sie auch erfreulicher Natur waren, die schweren Sorgen, die auf mir lasteten, in keiner Weise bannen konnten. Ich fühlte und wußte, daß man in maßgebenden Kreisen just von mir ein energi- sches, zugiges Auftreten in kriegerischem Sinne erwartete. Eine hohe Persönlichkeit sagte mir direkt: ,,Reiß uns heraus, wir werden dir folgen, hab' Vertrauen zu uns." Doch eben dieses Vertrauen fehlte mir. Ich empfand es nicht in hohem Maße bezügHch so mancher Führenden, doch noch weit weniger hinsichtlich unserer materiellen und organisatorischen Vorsorgen. Die Ergebnisse des Rechenstiftes waren mir beweiskräftiger als all die gutgemeinten, saclüich aber wenig berechtigten Tiraden. Alles objektiv imd nüchtern über- denkend, mußte ich mir doch sagen : Die erste Linie istzwargut, doch an Zahl, namenthch dermalen an Artillerie, unterlegen, eine zweite Linie existiert nicht und die dritte Linie dem Wesen nach nur am Papier.— Kommt's zum Äußersten, wird es wirklich unausweichlich, nun, dann wirdman eben sein Bestes tun ; doch zum Kriege treiben oder auch nur zu raten bei voller Kenntnis der Verhältnisse, nein, dazu brachte ich den Mut nicht auf. Zwei Jahre später war man großzügiger, obzwar sich die Ver- hältnisse gegen 1912 nur wenig geändert, im Verhältnis sogar ver- schlechtert hatten. Tatsächlich fochten wir gegen numerische und namenthch artilleristische Überlegenheit, und tatsächHch wurden die alten oder kaum ausgebildeten Landsturmmänner in ZwiUichhose, mit improvisierten Rüstungen und mit dem alten Wemdlgewehr (Einzellader) bewaffnet, sehr bald an den Feind geführt. Sie taten in vielen Fällen mehr, als man erwarten konnte, doch mit welchen Verlusten und welch geringem Erfolg. Nein, ich bereue nicht, daß ich im Spätherbst 1912 kein kriegslustiger Kriegsminister gewesen bin. — Tagebuch: ,,20. November. Besuch in der Gewehrfabrik. Baron Rosner macht die Honneurs. Intelligente Ingenieure, meist deut- schen Stammes, produzieren ein automatisches Gewehr, das, Gott sei Dank, noch nicht feldbrauchbar. Wenn man nur die Waffen- erfinder drosseln könnte! Am Abend zweites Delegationsdiner. Der Monarch eröffnet mir, daß Resolution über Augmentierung der vier Nordkorps bereits signiert ist. 21. November. Doppelplenarsitzung. In der ungarischen Dele- gation hält IVIiklos eine lange Rede über Beschaffung der Agrar- produkte. Natürlich vom Standpunkt der Agrarier aus. Teleszky 21Q
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Aus Österreichs Höhe und Niedergang Eine Lebensschilderung
Title
Aus Österreichs Höhe und Niedergang
Subtitle
Eine Lebensschilderung
Author
Auffenberg von Komarów
Publisher
Drei Masken Verlag München
Location
München
Date
1921
Language
German
License
PD
Size
13.4 x 21.6 cm
Pages
536
Categories
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