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Nach 1918
Aus Österreichs Höhe und Niedergang - Eine Lebensschilderung
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brunn. Ef sprach mich als einen der ersten an. „Die Manöver sind also gut verlaufen?" war seine kurze Frage, die ich mir— mit dem höfischen Ton wohlvertraut— zu deuten wußte. Ich verstand da- her, daß dies nur meinen dienstlichen Meriten galt, an der persön- lichen Stimmung des Monarchen aber nichts änderte. Daher war ich auch nicht weiter erstaunt, als ich am Abend, gelegentlich des militärischen Empfanges, wieder übergangen wurde. Vorher wohnte ich noch dem Festdiner des Infanterieregimentes Nr. 37 bei, das den ersten Leipziger Schlachttag als Regimentsfeiertag stipulierte. An dieses Regiment knüpften mich insofern persönliche Beziehungen, als es in den Jahren 1802 bis 1805 denNamen ,,Auffen- berg" geführt hatte. (Darauf bezieht sich auch die Fußnote im Be- ginn dieser Lebensschüderung.) Das Regiment bewährte sich auch im Weltkrieg glänzend, erlitt jedoch schwerste Verluste. Durch den nicht zu bremsenden Vormarsch der Serben durch Al- banien schwamm die Politik wieder auf höheren Wogen. Während des geschüderten Weihefestes tat Berchtold mir gegenüber die Be- merkung, daß er ,,zu seiner großen Freude von meinem glänzenden Manövererfolge gehört habe, was besonders im jetzigen Momente wichtig sei, wo alles auf des Messers Schneide stünde!" In jenenTagen sollauch derKaiserdieentscheidendeFragegestellthaben, ,,ob wir kriegsbereit seien", was in optimistischer Weise leichthin bejahend beantwortet wurde. Aber der politische Wellenschlag ver- ebbte wieder, und wir erfreuten uns neuerdings eines„diplomatischen Sieges". Dabei mußte es aber jedem halbwegs Einsichtigen klar sein, daß diese Art diplomatischer Erfolge ganz unfehlbar zum Waffen- konflikt führen mußte. Wie ich über diese aggressive Politik dachte, die man nicht einmal so recht beabsichtigte und wobei man die In- strumente für das Waffenkonzert mangelhaft stimmte, habe ich wiederholt dargelegt. In jener Zeit konnte ich meine Ansichten aller- dings nur in privaten Gesprächen zum Ausdruck bringen. Durch meine Manövererfahrungen angeregt, kam ich zur Über- zeugung, daß zur wirklichen und wahrhaft ernsten Übung der Armee- führer und anderer hoher Kommandeure und Organe ganz große Übungen auf Kriegsständen bei voller Ausgestaltung des Trains ab- gehalten werden sollten. Da ein einzelner Staat den hierzu erforder- lichen Kostenaufwand wohl schwer zu tragen vermöchte, proponierte ich, daß wir die günstigen geographischen Verhältnisse zwischen uns und Deutschland nützen und im Verein mit diesem Reiche solche große gemeinsame Manöver veranstalten sollten. Um einander — die wir doch stets auf die gegenseitige Hufe angewiesen gewesen wä- ren— besser kennenzulernen und zur Vermeidimg von Eifersüchte- 250
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Aus Österreichs Höhe und Niedergang Eine Lebensschilderung
Title
Aus Österreichs Höhe und Niedergang
Subtitle
Eine Lebensschilderung
Author
Auffenberg von Komarów
Publisher
Drei Masken Verlag München
Location
München
Date
1921
Language
German
License
PD
Size
13.4 x 21.6 cm
Pages
536
Categories
Geschichte Nach 1918
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