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Nach 1918
Aus Österreichs Höhe und Niedergang - Eine Lebensschilderung
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in die Hand gegeben war, die allzu leicht zum Nachteil, besser gesagt zur Einschränkung der Wirksamkeit des Armeekommandanten miß- brauchtwerdenkonnte, derder Öffentlichkeitgegenüberdochderallein Verantwortliche war. Es wurde zwischen denChefs der verschiedenen Generalstabsabteilungen getuschelt und paktiert, und urplötzlich stand derArmeekommandant vor einem fait accompli, das möglicher- weise seinen Wünschen und Ansichten gar nicht entsprach. Dieser VorgangwareineverunglückteNachbildungdesSystems,dassichinden Jahren1870/71 in den deutschenArmeenentwickelthatte.Dochwaren eben dort dieVerhältnisse wesentlich andersgelegen als beiuns. Auch war unter Moltkes Autorität manches möglich, vielleicht auch zweck- entsprechend,wasohneeinesolcheAutoritätnurstörendwirkenmußte. Die bemerkenswerten Persönlichkeiten im Hauptquartier waren: Der Generalstabschef Generalmajor Kiauß. Der Chef der Generalstabsabteilung Oberst von Soos. Die Oberste: von Lunzer, Baron Albori und Hauser, die Oberst- leutnants Marchesani, Zeynek und Bogusz— alle vom Generalstabs- korps, letzterer zugleich mein Flügeladjutant. DerArmee-EtappenkommandantGeneralmajorvonSchenk. Oberst- leutnant Hönigschmidt— dessen Generalstabschef. Generalintendant von Mosing. Generalstabsarzt von Hordynski. Alle die Genannten sowie auch die hier nicht genannten jüngeren Kräfte entsprachen durchaus und entwickelten einen rühmenswerten, oft aufopferungsvollen Eifer. InsbesondereOberstvonSoos^) zeichnete sich durch hohen Intellekt und Ideenreichtum aus. Schade, daß sein inneres Wesen mit diesen ausgezeichneten Eigenschaften nicht stets im vollen Gleichgewicht stand. Tüchtig und dienstbeflissen waren auch die zahlreichen Ordonnanzoffiziere und Automobilisten. Unter ersteren befand sich Rittmeister Graf Clam-Martinic, der einstige "Ver- trauensmann des Thronfolgers und nachmalige österreichische Mi- nisterpräsident. Im allgemeinen herrschte im Armeehauptquartier eine den Dienst- gang fördernde imgestörte Harmonie, was ich, ohne Unbescheiden- heit, zum gutenTeile meinemEinflüssezuschreiben durfte. Imgroßen und ganzen lebten wir— wenige Tage ausgenommen— wie im Ma- növer. Die einfachen Mahlzeiten wurden meist zu den gewöhnlichen Tageszeiten eingenommen. Nur die mächtigen Nervenanspannungen gemahnten, daß wir doch nicht im Manöver waren. Am Morgen des 10. August trafen wir in Radymno ein, merkwür- digerweise als 3. Staffel der Armee, in deren Aufmarschraum außer- 1) Soos wurde dann später Kriegsminister und Chef des Generalstabes in Ungarn. 267
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Aus Österreichs Höhe und Niedergang Eine Lebensschilderung
Title
Aus Österreichs Höhe und Niedergang
Subtitle
Eine Lebensschilderung
Author
Auffenberg von Komarów
Publisher
Drei Masken Verlag München
Location
München
Date
1921
Language
German
License
PD
Size
13.4 x 21.6 cm
Pages
536
Categories
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