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Nach 1918
Aus Österreichs Höhe und Niedergang - Eine Lebensschilderung
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Page - 273 - in Aus Österreichs Höhe und Niedergang - Eine Lebensschilderung

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Was die Führungsorgane— den Generalstab— betraf, mag gesagt werden, daß dessenMitgliedertechnischundfachlichgutdurchgebildet waren und ofteinenhingebungsvollen Eifer entfalteten. Leiderwohnte vielfachStreberei, RänkesuchtundSelbstherrlichkeit, namentlichaber einausgesprochenerHangzuEigenmächtigkeitenindiesembevorzugten Korps, das sich sehr zum Schaden der Sache der Truppe entfremdet und sich dadurch bei ihr und wohl auch bei der Bevölkerung mißgün- stig gemacht hatte. Beliebt ist wohl kein Generalstab. Das liegt schon in der Natur der Sache. Der österreichisch-ungarische General- stab war aber inhohemMaße unbeliebt. Das hätte nicht sein müssen. So war das Kriegsinstrumentdem Wesen nach beschaffen, mit dem der große Wurf gewagt, der Kampf um Sein und Nichtsein ausge- kämpft werden sollte. Es war das naturgemäße Produkt aller Kräfte des Staates, vor allem aber die Konsequenz seiner inneren Struktur und der äußeren und traditionellen inneren Politik, sowie seiner größeren oder geringeren Bereit- und Opferwilligkeit für den Schutz der Reichsinteressen. Was bisher absichtlich oder unabsichtlich, be- wußt, gezwungen, oder durch die Verhältnisse bedingt, verabsäumt worden war, ließ sich jetzt nicht mehr verbessern, geschweige denn ändern. Auch nicht durch Aufwendung hundertfach größerer Mittel als in ruhigen Zeitläuften, wo man gewähnthatte, sienichtaufbringen zu können. Der Prüfungs-, Abrechnungs-, vielleicht sogar Zahltag war unausweichlichgekommen. Und auch Kriegsgenies, W'O immer sie sich gefunden hätten, würden darankaum etwas geänderthaben. Die Massen waren zu groß, als daß strategischeSchlagerdieEntscheidung imWesen beeinflußt hätten. Nur vertiefenund in ihren Folgen nach- haltiger gestalten hätten sie sie können. Durch große Ungeschicklich- keit oder unrichtige Auffassung der Gesamtsituation kann operativ viel Unglück angerichtet werden. Doch über Sieg und Niederlage im großen entscheidet letzten Endes doch der gesamte staatliche Or- ganismus, entscheiden die Verhältnisse, unter denen die Gesamtkraft des Staates eingesetzt wird. Der Krieg von heutzutage ist in Wahr- heit ein Völkergericht. Ein Weltkrieg, wie wir ihn erlebten — ein Weltgericht! b) Der Aufmarsch Beginn der Operationen Wie schon erwähnt, war die grundlegende Gruppierung der Haupt- kräfte auf den zwei Kriegsschauplätzen eine schwankende. Schuld iS Auffenberg 273
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Aus Österreichs Höhe und Niedergang Eine Lebensschilderung
Title
Aus Österreichs Höhe und Niedergang
Subtitle
Eine Lebensschilderung
Author
Auffenberg von Komarów
Publisher
Drei Masken Verlag München
Location
München
Date
1921
Language
German
License
PD
Size
13.4 x 21.6 cm
Pages
536
Categories
Geschichte Nach 1918
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Aus Österreichs Höhe und Niedergang