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Nach 1918
Aus Österreichs Höhe und Niedergang - Eine Lebensschilderung
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Ohne in eine regelrechte Kritik der geplanten Offensivoperation einzugehen, sei erwähnt, daß wohl keine zwingende Notwendigkeit hierfür vorlag, und daß weder die Kräfteverhältnisse noch die opera- tive Gesamtsituation für eine derartige Operation günstig lagen. Notwendig wäre sie nur dann gewesen, wenn die Russen einen Massen- anfall gegen das in jenem Momente nur schwach beschützte Ost- deutschland geplant und sich die Ansätze hierfür bereits gezeigt hätten. Dies war aber keineswegs der Fall. Im Gegenteil. Alles wies darauf hin, daß es denRussen vor allem darauf ankäme, ihreRech- nung mit Österreich-Ungarn zu regeln. Hinsichtlich der Kräftever- hältnisse wäre jedoch zu bedenken gewesen, daß unser Aufmarsch noch durchaus nicht beendet war, da uns nicht nur die Etappen- und die Besatzvmgstruppen für die feldmäßigen San-Brückenköpfe, son- dern sogar auch starke Armeeeinheiten fehlten. Außerdem war— wie schon angedeutet—zu erwägen, daß diesenun einmal bestehende Grenzkonfiguration den Russen die Möglichkeit gäbe, von Haus aus eine umfassende Grundgruppierung anzunehmen und in weiterer Folge konzentrisch vorzugehen. Jegliche eigene Offensive zwang uns aber zu einem exzentrischen, fächerförmigen Verfahren. Somit barg eine solche von allem Anfange an ein hohes Risiko. In objektiver Weisemag jedoch immerhin zugegeben werden, daß die Russen durch diese Offensive zum Schlage gezwungen wurden, ehe sie noch alle ihre entferntesten Korps herangezogen hatten. Die offensive Grund- idee soll daher durchaus nicht getadelt werden. Um so notwendiger war es aber dann,jedemDetailfehlersorgsamstauszuweichen und insbesondere zu vermeiden, daß die eigenen inferioren Kräfte zersplittert an den Feind gebracht würden. Bei den Ope- rationen der 2. Armee— Gruppe Köveß— und bei der 3. Armee traf dies dann leider zu, was schließlich die ganze operative Anlage zimi Scheitern bringen sollte. c) Schlacht bei Komaröw DieallgemeineSituation, wie siedem 4.Armeekommandoannähernd bekannt war, zeigt die Textskizze 2, Seite 291. Danach konnte es Textskizze keinem Zweifel imterliegen, daß es zu einem schweren Zusammen- Zehn Wochen vor dem 22. August ergibt den 14. Juni. Das ist zehn Tage vor Beginn der verhängnisvollen Reise des Thronfolgers nach Bosnien. Wer hätte damals bei ims oder in Deutschland auch nvir annähernd an die MögHch- keit eines so nahen Krieges gedacht. Ist das nicht der überzeugendste Beweis, daß wir den Elrieg bewußt nie angestrebt haben ? igAuffenberg 2,0(^
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Aus Österreichs Höhe und Niedergang Eine Lebensschilderung
Title
Aus Österreichs Höhe und Niedergang
Subtitle
Eine Lebensschilderung
Author
Auffenberg von Komarów
Publisher
Drei Masken Verlag München
Location
München
Date
1921
Language
German
License
PD
Size
13.4 x 21.6 cm
Pages
536
Categories
Geschichte Nach 1918
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