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Nach 1918
Aus Österreichs Höhe und Niedergang - Eine Lebensschilderung
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geschildert— mit der linken Flügeldivision— der 39.— auf das russische XIX. Korps, das allem Anscheine nach über Tyszowce auf Komarow vorrückend den Gefechtsanschluß mit dem russischen XXV. Korps suchte. Wir erfuhren es später aus einem aufgefangenen Brief des Generals Zujew an den Kommandanten des russischen XIX. Korps. Zujew^), der durch lange Jahre in Wien Militäratta- che gewesen war und dabei als sehr selbstbewußt gegolten hatte, schrieb an seinen Kameraden, ,,daß er (Zujew) am nächsten Tage (25. August) das österreichische II. Korps angreifen werde. Käme das XIX. Korps rechtzeitig heran, so sei die Schlacht gewonnen!" In nicht ganz verständlicher Weise schrieb der General von einer ,,eventuellenösterreichischenKriegslist", bestimmt, dasösterreichisch- ungarische II. Korps der Waffenentscheidung zu entziehen, und be- tonte, ,,daß man vor der Richtung über Tomaszow keine Besorgnis zu haben brauche, da die Fliegeraufklärung dort keinen Feind wahr- genommen hätte!" Das mochte am 26. August dann eine Über- raschung gegeben haben! Im ganzen war derTon des Briefes schnod- derig. Wir wurden darin nicht mit sehr viel Respekt behandelt. Die Jahre schienen daher den General nicht geändert zu haben. In der Disposition des Armeeoberkommandos, die am Abend ein- langte, wurden bereits alle möglichen Erfolge eskomptiert und Wei- sungen für den Angriff auf Cholm (!) ausgegeben. Dafür entzog man mir das XIV. Korps imd die 23. ungarische Landwehr-Infanterie- truppendivision—also etwa ein Drittel meinerArmee—und wies sie der 3. Armee zu. Gewiß, letztere, die an diesem Tage eben das un- glückliche Treffen bei Zloczow "bestanden hatte, bedurfte einer Un- terstützung. Dieselbe aber einfach einer anderen Armee wegzuneh- men, die bereits in die Schlacht mit starken gegnerischen Kräften eingetreten war, hieß das System des Schuldenmachers adoptieren, der ein Loch aufmacht, um ein anderes zu schließen. Doch hierüber noch später. Durch all dies war meineStimmung verärgert, undum die so nötige äußere und innere Ruhe aufrechtzuerhalten, hielt ich mich viel im geräumigen, wenngleich ungepflegten Schloßgarten auf, dessen Wege ich wohl einige himdertmal durchquerte, oft in Gesellschaft des 1) Ini Jahre 1887 wohnte ich den Kavalleriemanövern bei Csakathurn bei. Gelegentlich eines scharfen Rittes des Kaisers traf ich zufäUig mit dem deut- schen MiHtärattache, Major Deines, zusammen. Vor mis ritt Zujew auf einem sehr guten Dienstpferd, das aber wiederholt ausfeuerte, so daß Zujew, an der Sattelkapa angeklammert, kein sehr erhebendes Reiterbild bot. Deines rief mir in seiner spöttischen Art zu: ,,Herr Kamerad, wenn die alle so reiten, werden sie uns nicht schlagen!" Und just Zujew sollte 27 Jahre später';mir gegenüber stehen und geschlagen werden. Freüich nicht des Reitens wegen. 295
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Aus Österreichs Höhe und Niedergang Eine Lebensschilderung
Title
Aus Österreichs Höhe und Niedergang
Subtitle
Eine Lebensschilderung
Author
Auffenberg von Komarów
Publisher
Drei Masken Verlag München
Location
München
Date
1921
Language
German
License
PD
Size
13.4 x 21.6 cm
Pages
536
Categories
Geschichte Nach 1918
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