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Nach 1918
Aus Österreichs Höhe und Niedergang - Eine Lebensschilderung
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des Chauffeurs Generalstabshauptmaiin Schitier mit der Dienst- uud Kartentasche plaziert war. In den nachfolgenden Autos fuhr der engere Stab, Der enorme Troß und das Armee-Etappenkommando kamen erstspäter teils in Autos, teilszuWagennach. MeinerAnschau- ung nach litten alle unsere höheren Kommanden an Personalhyper- trophie. Ein Armeekommando beispielsweise bedurfte nicht weniger als drei loo-achsiger Militärzüge. Dabei wurde aber nur dem Armee- kommandanten ein Separatcoupe zugewiesen. Noch zahlreicher war dasPersonal beidenArmee-Etappenkommandos, sodaßicheinenguten Teil davon rücksandte. Im Laufe des Krieges steigerte sich dieser Unfug noch mehr. In Narolwar dasArmeekommandoim Schlosse des FürstenPuzsyna sehr gut untergebracht. Ich hatte zwar kein Bett, doch eine ganz komfortable Schlafstelle. Sie hatte nur den Nachteü, daß man von ihr auf ein Bild sah, das eine Flucht vor Kosaken darstellte. Nun, dazu kam's allerdings nicht. Im Gegenteil. Von hier aus sollte sich die Schlacht von Komarow entscheiden. Aber harte, heiße Tage und Nächte waren es, die ich in diesem Gelasse verbrachte. Die Kanzleien des Hauptquartiers waren in hohen, hellen Sälen untergebracht. Als Speiseraum diente der Bibliotheksaal, der zwar keine überreiche Bibliothek, aber hübsche Sgraffitos bot. Das existiert nun alles nicht mehr. Vandalische Russenhände brannten es nieder. Herrlich, mit alten Bäumen bestanden, wenn auch wenig gepflegt, war der Schloßpark, in dem ich mich viele Stunden des Tages auf- hielt. Am nördlichen Ende des Parkes stand die Feldwache zur Be- deckungdesHauptquartiersvomhalbenMarschbataillondesInfanterie- regiments 8i. Ich sprach oft mit den Leuten, die einen sehr guten intelligenten Eindruck machten. Mit feinem Ohr horchten sie auf den deutlichen, vielfach variierten Kanonendonner und wußten immer genau anzugeben, aus welcher Richtung die Schallwellen kamen. Kaum in Narol angekommen, trafen Meldungen ein, daß das XIV. Korps wohl vordringe, aber überall auf hartnäckigen Wider- stand des Gegners stoße, der von Grubieszow angerückt war (Rus- sisches XVII. Korps). Mit dem erhofften Einschwenken gegen West hatte es also vorerst noch seine guten Wege, Ich ließ mir aber dadurch das Konzept nicht stören. Als wir uns zum Mittagessen begaben, kam Generalmajor Schenk von Tomaszow zurück und berichtete über den Zustand der 15, In- fanterietruppendivision unliebsame, direkt betrübende Dinge, Wohl hatte General der Infanterie von Boroevid kräftig und wirksam ein- gegriffen, doch der Mangel eines Divisionskommandanten hatte sich aoAuffeaberg 3O5
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Aus Österreichs Höhe und Niedergang Eine Lebensschilderung
Title
Aus Österreichs Höhe und Niedergang
Subtitle
Eine Lebensschilderung
Author
Auffenberg von Komarów
Publisher
Drei Masken Verlag München
Location
München
Date
1921
Language
German
License
PD
Size
13.4 x 21.6 cm
Pages
536
Categories
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