Page - 315 - in Aus Österreichs Höhe und Niedergang - Eine Lebensschilderung
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nütze, wird mir jeder glauben, daß ich nicht im negativen, also nicht
im ungünstigen Sinn schildern werde.
Wie erinnerlich, wurde durch die Disposition für den 29. August
das II. Korps in zwei Gruppen geteilt. Eine schwächere Gruppe—
die 4. Division— hatte die Aufgabe, den von Norden andrängenden
Gegner abzuhalten. Die stärkere Gruppe— 13. und 25. Division—
sollte den Vormarsch gegen Osten und die Einschwenkung gegen
Süden bewirken, um den im Raum südlich von Komarow kämpfen-
den Feind im Rücken zu fassen. Bis zum Vormittag des 31. August
ergab sich daraus die in der Textskizze 5, Seite 317 dargestellte Si-
tuation, Danach war es der Gruppe Erzherzog Peter tatsächlich ge-
lungen, sich mit etwa 24 Bataillonen und 100 Geschützen dem
Gegner direkt in den Rücken zu stellen, wobei diese Gruppe rechts in
unmittelbaremAnschluß mit demIX. Korps stand. Dieses Korps be-
drohte also dierechteFlankedesGegners, währendgegen dieFrontdes
Feindes—mitderDirektionNord—dasVI.Korpsstand. DerGruppe
Peter Ferdinand gegenüber hatten sich nach seiner eigenen Schätzung
(also gewiß im Maximum) 18 bis 20 Bataillone mit drei Batterie-
gruppen eingegraben. Nach derSchilderungim Bericht des Erzherzogs
Peter sollte die gegnerische Artillerie eine überwältigende Wirkung
ausgeübt haben, gegen die das eigene Artilleriefeuer nicht aufzukom-
men vermochte. Dessen Effekt wird verbis expressis mit Null cha-
rakterisiert! Ein bis zwei Batterien der Landwehr-Infanterietruppen-
division sollen direkt zusammengebrochen, vielmehr vernichtet wor-
den sein. Der Einwirkung der feindlichen Kosakendivision wurde
übrigens eine ganz besondere Bedeutung beigelegt. So wird aus-
drücklich betont, daß die ebenso tapfer wie wirksam fechtende Gruppe
des Obersten von Stöhr einen schwierigen Stand hatte, da sie ohne
Artillerie focht (!), während die Geschütze der Kosakendivisiou sich
namentlich durch Flankenfeuer geltend machten. So betrübend, ja
fast beschämend diese Darstellung klingt, so wenig verständlich ist
sie, zumal dem Verhalten der Truppen wiederholt vollstes Lob ge-
spendet wurde. Hier standen österreichisch-ungarische Bataillone in
Überzahl den russischen Bataillonen gegenüber— ein Fall, der in
diesem Feldzugsabschnitte selten zu verzeichnen war. Zugegeben,
daß erstere trotz ihrer numerischen Überlegenheit den Angriff nicht
durchführen konnten, ja selbst konzediert, daß sie dem übermäch-
tigen Artilleriefeuer nicht standhalten konnten— also aus dem wirk-
samen Feuerbereich zurückgenommen werden mußten— , doch von
da bis zu einem völligen Rückzug in die Linie: Sniatiöka
— Jaros-
lawiec zum direkten Anschluß an die 4. Infanterietruppendivision ist
ein himmelweiter Unterschied, Im ersteren Falle wäre die Rückzugs-
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Aus Österreichs Höhe und Niedergang
Eine Lebensschilderung
- Title
- Aus Österreichs Höhe und Niedergang
- Subtitle
- Eine Lebensschilderung
- Author
- Auffenberg von Komarów
- Publisher
- Drei Masken Verlag München
- Location
- München
- Date
- 1921
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.4 x 21.6 cm
- Pages
- 536
- Categories
- Geschichte Nach 1918