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gefechten geschlagen worden. Die Erforschung der Ursachen der
Niederlage steht außerhalb des Rahmens dieser Darstellung. Nur
folgendes Resume sei der Vollständigkeit halber hier niedergelegt.
Trotz der allgemeinen Überlegenheit der Russen lagen— in den
letzten Augusttagen— die Verhältnisse für eine erfolgreiche Abwehr
nach Osten hin nicht gar so ungünstig. Das Armeeoberkommando
konnte doch, sei's im Raum beiLemberg, sei's äußersten Falles west-
lich hiervon, direkt und indirekt zur Geltung bringen: das III., XI.,
XII., VII. Korps, die 23. ungarische und 44. österreichische Land-
wehr-Infanterietruppendivision und die 88. Schützenbrigade, vom
etwa 5. September an auch das IV. Korps, überdies eine Anzahl von
Marsch- und Landsturmformationen. Das gab in Summe mindestens
16 Infanterietruppendivisionen, zu denen dann noch 6 KavallÄie-
truppendivisionen und schließlich die als place du moment einge-
richtete Stadt Lemberg und der Brückenkopf von Mikolajow ge-
treten wären. Ordentlich arrangiert, hätte dies eine Barriere ge-
schaffen, welche die im Angriff schwerfälligen Russen kaum in zehn
Tagen durchbrochen haben würden.
Angenommen, derBeginn derSchlacht wäre etwa am 3. September
angesetzt worden— für uns der ungünstigste Fall—, so hätte die
Entscheidung nicht vor dem 10. oder 11.September heranreifen kön-
nen, also zu einer Zeit, wo die 4. Armee schon lange in der Lage ge-
wesen wäre, mit voller oder weitaus genügender Kraft einzugreifen.
Denn bishin hätte sie den Gegner nicht nur besiegen können, was sie
ja tatsächlich auch tat, sondern sie hätte ihn auch gründlichst ver-
folgt, was man ihr leider verwehrte. So waren es aber schließlich nur
mehr die beaux restes der 2. und 3. Armee, die in der am 6. Sep-
tember beginnenden Schlacht bei Grodek—Rawa Ruska den Kampf
aufnahmen, wodurch sich die Verhältnisse für das Eingreifen der
4. Armee naturgemäß anders und ungünstiger gestalten mußten.
Dies als allgemeine Betrachtung hingestellt, gehe ich zu den kon-
kreten Verhältnissen über, wie sie nach der Schlacht tatsächlich be-
standen.
Die 3. Armee und die am Kriegsschauplatz befindlichen Teile der
2. Armee waren im Rückzug über Lemberg gegen Westen begriffen,
die Brückenköpfe bei Halicz und Mikolajew verloren. Lemberg, das
nochinletzterZeitziemlichstark befestigtwordenwar, wurdekampflos
geräumt. Hierdurch gelangten die Russen in den Besitz zweier präch-
tiger Stützpunkte, Lemberg und Mikolajew, die ihnen von unmittel-
baremgroßemNutzen sein sollten. Die 4.Armee hatte ihren schweren
Kampf soeben beendet und stand teilweise in der Verfolgung, im all-
gemeinen in einer nach Norden offenen Ellipse. Durch die vom Ar-
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Aus Österreichs Höhe und Niedergang
Eine Lebensschilderung
- Title
- Aus Österreichs Höhe und Niedergang
- Subtitle
- Eine Lebensschilderung
- Author
- Auffenberg von Komarów
- Publisher
- Drei Masken Verlag München
- Location
- München
- Date
- 1921
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.4 x 21.6 cm
- Pages
- 536
- Categories
- Geschichte Nach 1918