Page - 342 - in Aus Österreichs Höhe und Niedergang - Eine Lebensschilderung
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sonst keiner meiner Untergebenen einreichen könnte. Habe aber vier
von ihnen bereits aufgefordert."
„12 Uhr 30. Meldung Josef Ferdinands, daß starke gegnerische
Kräfte aus Nord und Ost anrücken. Gegen letztere steht 8. Infan-
terietruppendivision inheftigemKampfe. Bis jetzt siegreich. II.Korps
ebenfalls engagiert. Habe leider braves Regiment 99 mit einer Bat-
terie auf Zamosö senden müssen. Diese Gruppe wird sich gewiß der
I. Armee anschließen. Geht mir daher verloren."
,,i Uhr nachmittags. Brigade Schneider der 3. Infanterietruppen-
divisionhat inden erstenMorgenstunden einen Überfallunternommen.
Anfänglich Erfolg, dann Panik. Daher geht ganze 3. Infanterietrup-
pendivision an den linken Flügel des XVII. Korps zurück, dessen
Angriff nicht mehr weiter vorwärts kommt. Ich beschließe von den
dort befindlichen fünf Kavallerietruppendivisionen zwei unter Witt-
mann zum Feuergefecht zu verwenden. Zwei andere zu einem Ka-
valleriekorpsunter FeldmarschalleutnantBaronNagyzu vereinen ..."
Die beiden ersteren Divisionen kämpften, gut geführt, tatsächlich
mehr als zwei Tage in den Schützengräben und hielten sich ausge-
zeichnet. Die Kampfesleistungen, namentUch des 6. Dragonerregi-
ments, büden Ruhmesblätter für die hierbei beteiligt gewesenen Trup-
pen. Es war das erste Mal in der österreichischen Armee, daß Kaval-
lerie in so großem Maßstab im Fußgefecht verwendet wurde. Ich
fühle Genugtuimg, dies angeordnetund damit die veraltete Tradition
durchbrochen zu haben. Im Manöver hatte ich es schon bei Tabor
getan. Hätte es nur auch die Maßgebenden bestimmt, die taktischen
Vorschriften, vor allem aber Ausrüstung und Bewaffnung der Kaval-
lerie zu modernisieren. Doch das wäre Versündigung an den heilig-
sten Überkommnissen der Kavallerie gewesen ! Der Krieg schuf dann
Wandel.
Tagebuch: ,,Allgemeiner Angriff der Armee geht äußerst langsam
vorwärts. Natürlich! ArtillerieWirkung in den großen Waldkom-
plexen sehr beschränkt. Wußte es. Wies auchim Armeebefehl daraiif
hin, daß Überlegenheit der russischen Artillerie sich nicht geltend
machen kann, dafür ist Tätigkeitsfeld für unsere überlegene Infan-
terie jetzt gekommen."
„2 Uhi- 30 Telegramm des Armeeoberkommandos, daß ich Groß-
kreuz des Leopoldordens mit Kriegsdekoration erhalten habe. Schön!
Aber mir geht es jetzt vor allem um die Sache."
„3. Division schickt detaillierte Meldung, daß gestern spät abends
von Brigade Schneider Oberst Brosch mit zwei Bataülonen seines
Regimentes russisches Lager überfallen und zersprengt hat. Bei
Vv'eiterem Vordringen ist Brosch umzingelt und mit seinen braven
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Aus Österreichs Höhe und Niedergang
Eine Lebensschilderung
- Title
- Aus Österreichs Höhe und Niedergang
- Subtitle
- Eine Lebensschilderung
- Author
- Auffenberg von Komarów
- Publisher
- Drei Masken Verlag München
- Location
- München
- Date
- 1921
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.4 x 21.6 cm
- Pages
- 536
- Categories
- Geschichte Nach 1918