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Nach 1918
Aus Österreichs Höhe und Niedergang - Eine Lebensschilderung
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Gegner so zäh verteidigte vorspringende Eck an Ort und Stelle zu organisieren. Zur Armeegruppe Erzherzog sende ich Oberst Soos zur Berichterstattung und Information." Im vollen Bewußtsein des entscheidenden Momentes für meine Armee imd der Wichtigkeit für die allgemeine Lage, ging ich noch- mals mit mir ernsthaft zu Rate. Unter einer Baumgruppe weilend, dachte ich die— aus meinem Tagebuch ersichtlichen— Reflexionen durch imd kam zu dem festen Entschluß, unbedingt auszuharren, selbst wenn der eventuell dann doch notwendige Rückzug noch so schwierig werden sollte. Allerdings rechnete ich dabei, daß die 2. und 3. Armee kraft ihrer relativen Überlegenheit endlich rasche und ent- scheidende Fortschrittemachen werden, und daß die so starke i. Ar- mee spätestens am Tanew den andauerndsten Widerstand leisten würde. Es war mir klar, daß ich meiner Armee jetzt die größten Opfer aufbürden müsse, doch die entscheidende Wichtigkeit des Mo- mentes hatte allen anderen Erwägungen voranzugehen— natürlich im vollen Vertrauen auf die gleiche Opferwüligkeit der anderen Armeen. Ich suchte das Büro auf, um meinen Entschluß in Befehlsform zu bringen, da kam Oberst Lunzer mit folgender telephonischer De- pesche des Armeeoberkommandos: ,,0p. 1866. Nach einer aufgefangenen russischen Radiodepesche hat am II. September das V. (feindliche) Korps von Narol nach Zukow und Gorajec, das XVII. (feindliche) Korps von Majdan und Kolajce gegen Lowcza und Huta Stara zu rücken. Die Gruppe Erzherzog Josef Ferdinand und die für diese Zwecke verfügbaren Teile der 4. Armee haben diesen Gegner anzugreifen, um die Straße Narol Jaroslau wieder zu gewinnen. Mit fortwährendem passiven Wider- stände und Zurückgehen wird der in der Krise befindlichen Gesamt- lage nicht gedient." Ich gestehe, mein erstes Gefühl war das der Entrüstung. Wohl galt der schwere Vorwurf in erster Linie der Armeegruppe Josef Ferdinand, die in den letzten Tagen allerdings unglücklich gekämpft hatte. Doch keinesfalls konnte der 4. Armee ein Vorwurf gemacht werden, die unter ununterbrochenen Kämpfen wohl das Äußerste geleistet hatte, wasman von einerArmee verlangen kann. Es gebrach aber an Zeit, sich dem wohlmotivierten Ärger über diese Mitteüung hinzugeben, die auch danach angetan war, große Besorgnisse aus- zulösen. Wenn in die Linie Gorajec—Huta Stara noch im Laufe dieses Tages (11.September) wirklich zwei russischeKorps einrückten, so wäre die Tournierung meines linken Flügels vollendet, und ein eventueller Rückzug gegen Westen unausführbar. So schwer auch ^3- 355
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Aus Österreichs Höhe und Niedergang Eine Lebensschilderung
Title
Aus Österreichs Höhe und Niedergang
Subtitle
Eine Lebensschilderung
Author
Auffenberg von Komarów
Publisher
Drei Masken Verlag München
Location
München
Date
1921
Language
German
License
PD
Size
13.4 x 21.6 cm
Pages
536
Categories
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