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gruppe gegenüber der 3. und 2. Armee erfolgte, war offenbar der in
der Kriegsgeschichte wiederholt vorkommende Fall eingetreten, daß
beide Teile voreinander zurückgegangen waren. Der Erfolg fällt bei
solcher Gelegenheit natürlich dem zu, bei dem die Gesamtsituation
die günstigere ist. Dies traf leider bei unserem überlegenen Gegner
zu. Immerhin durfte man hoffen, daß die unmittelbare Verfolgung
keine drückende sein würde, was sich in der Folge auch bestätigte.
Doch die weit wirksamere Bedrohung von der Flanke— aus dem
Räume Lubaczow—Czieszanow— blieb und wurde von unserer Ka-
vallerie, trotz der früher erwähnten scharfenWeisung, nicht genügend
abgehalten. Allerdings muß zugegeben werden, daß die Bedingungen
hierfür höchst ungünstig lagen.
Die an die Armee hinausgegebenen Dispositionen bezweckten, sie
noch am 12. bis hinter die Zawadowka, also auch hinter die große
Waldzone zu bringen und die Armee durch einen kräftigen Ruck
vom Gegner loszulösen. Diese Absicht wurde im großen und ganzen
auch erreicht. Zur Deckung des Trainabzuges kam es an mehreren
Punkten zu Nachhutgefechten, die von der 19. Infanterietruppen-
division, von einem Detachement der 25. Infanterietruppendivision
und vom Kavalleriekorps Wittmann geführt wurden. Durch die
Situation bedingt, gab es einige Trainpaniken, die aber in ihrer Ex-
tensitätbeschränktblieben, daderGegner, wenngleich auf allenLinien,
doch nur schwach nachdrängte.
Die Schwierigkeit der Trainrückdirigierung lag vor allem darin,
daß die den Divisionen direkt unterstellten Divisionstrains dem De-
file von allen Seiten zuströmten, ein Eingreifen in die Traindirigie-
rung seitens der höheren Kommanden (Korps, Armeegruppen, Ar-
mee) aber schlechterdings unmöglich war. Wohl bestimmten diese
Kommanden Offiziere, die an den Konfluenz- und Kreuzungspunkten
Ordnung schaffen sollten. Doch in solchen Fällen sind Kompetenz-
konflikte schwer zu vermeiden. Außerdem konnten am Anfang des
Feldzuges die Organe unmöglich jene Praxis haben, die in derartigen
Situationen allein zum Ziele führt. Im Frieden z. B. galt eine
Trainkolonne von 100 Fuhrwerken schon als Ereignis. Im Kriege
war sie aber eine untergeordnete Trainpartikel. Denkeman sich dazu
die anderen einflußnehmenden Momente, wie Nacht, Regen, feind-
liche Einwirkung oder auch nur Bedrohung, Übermüdung von Mann
und Pferd, Materialschaden usw., so wirdman zugeben, daß ein Rück-
marsch, insbesondere unter den Verhältnissen der 4. Armee, ohne
die größten Schwierigkeiten' und wohl auch ohne Einbußen nicht
vor sich gehen kann. Jeder länger dauernde Rückzug, sei er auch
ein freiwilliger, wird für die Truppen zum Fluch.
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Aus Österreichs Höhe und Niedergang
Eine Lebensschilderung
- Title
- Aus Österreichs Höhe und Niedergang
- Subtitle
- Eine Lebensschilderung
- Author
- Auffenberg von Komarów
- Publisher
- Drei Masken Verlag München
- Location
- München
- Date
- 1921
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.4 x 21.6 cm
- Pages
- 536
- Categories
- Geschichte Nach 1918