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Nach 1918
Aus Österreichs Höhe und Niedergang - Eine Lebensschilderung
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gruppe gegenüber der 3. und 2. Armee erfolgte, war offenbar der in der Kriegsgeschichte wiederholt vorkommende Fall eingetreten, daß beide Teile voreinander zurückgegangen waren. Der Erfolg fällt bei solcher Gelegenheit natürlich dem zu, bei dem die Gesamtsituation die günstigere ist. Dies traf leider bei unserem überlegenen Gegner zu. Immerhin durfte man hoffen, daß die unmittelbare Verfolgung keine drückende sein würde, was sich in der Folge auch bestätigte. Doch die weit wirksamere Bedrohung von der Flanke— aus dem Räume Lubaczow—Czieszanow— blieb und wurde von unserer Ka- vallerie, trotz der früher erwähnten scharfenWeisung, nicht genügend abgehalten. Allerdings muß zugegeben werden, daß die Bedingungen hierfür höchst ungünstig lagen. Die an die Armee hinausgegebenen Dispositionen bezweckten, sie noch am 12. bis hinter die Zawadowka, also auch hinter die große Waldzone zu bringen und die Armee durch einen kräftigen Ruck vom Gegner loszulösen. Diese Absicht wurde im großen und ganzen auch erreicht. Zur Deckung des Trainabzuges kam es an mehreren Punkten zu Nachhutgefechten, die von der 19. Infanterietruppen- division, von einem Detachement der 25. Infanterietruppendivision und vom Kavalleriekorps Wittmann geführt wurden. Durch die Situation bedingt, gab es einige Trainpaniken, die aber in ihrer Ex- tensitätbeschränktblieben, daderGegner, wenngleich auf allenLinien, doch nur schwach nachdrängte. Die Schwierigkeit der Trainrückdirigierung lag vor allem darin, daß die den Divisionen direkt unterstellten Divisionstrains dem De- file von allen Seiten zuströmten, ein Eingreifen in die Traindirigie- rung seitens der höheren Kommanden (Korps, Armeegruppen, Ar- mee) aber schlechterdings unmöglich war. Wohl bestimmten diese Kommanden Offiziere, die an den Konfluenz- und Kreuzungspunkten Ordnung schaffen sollten. Doch in solchen Fällen sind Kompetenz- konflikte schwer zu vermeiden. Außerdem konnten am Anfang des Feldzuges die Organe unmöglich jene Praxis haben, die in derartigen Situationen allein zum Ziele führt. Im Frieden z. B. galt eine Trainkolonne von 100 Fuhrwerken schon als Ereignis. Im Kriege war sie aber eine untergeordnete Trainpartikel. Denkeman sich dazu die anderen einflußnehmenden Momente, wie Nacht, Regen, feind- liche Einwirkung oder auch nur Bedrohung, Übermüdung von Mann und Pferd, Materialschaden usw., so wirdman zugeben, daß ein Rück- marsch, insbesondere unter den Verhältnissen der 4. Armee, ohne die größten Schwierigkeiten' und wohl auch ohne Einbußen nicht vor sich gehen kann. Jeder länger dauernde Rückzug, sei er auch ein freiwilliger, wird für die Truppen zum Fluch. 361
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Aus Österreichs Höhe und Niedergang Eine Lebensschilderung
Title
Aus Österreichs Höhe und Niedergang
Subtitle
Eine Lebensschilderung
Author
Auffenberg von Komarów
Publisher
Drei Masken Verlag München
Location
München
Date
1921
Language
German
License
PD
Size
13.4 x 21.6 cm
Pages
536
Categories
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