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Nach 1918
Aus Österreichs Höhe und Niedergang - Eine Lebensschilderung
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dem Artilleriefeuer auszusetzen. Daher reiten wir langsam gegen den Ort Sarny weiter, biegen gegen Radymno auf Kalnikow ab. In Mal- now kommt ein Trainrittmeister mit Meldung, daß etliche Kosaken- sotnien den Sklo passiert haben und sich in unmittelbarer Nähe be- finden. Man hört das Geknatter, da Kosaken und unsere Trainbe- gleitmannschaft einander heftig beschießen. Um nicht länger auf- gehalten zu sein, beschließe ich über jMedyka auf Przemysl zu reiten. Auch kann ich dort baldmöglich telegraphische und telephonische Verbindung mit Armeekolonnen wieder aufnehmen." ,,Sämtliche Wege, auch Anterrain sind mit Trainkolonnen bedeckt, die den San- und Wiszniaübergängen zustreben. Zu meiner Befrie- digung alle in Ordnung. Acker und Hutweideboden sind zum Glück noch nicht allzu aufgeweicht. Als wir über die Wiszniabrücke reiten, hören wir aus südöstlicher Richtung gewaltige Detonation, das Auf- fliegen der gesprengten Eisenbahnbrücke bei Sadowa—Wisznia. In Starzawa gibt's bei voller Dunkelheit einen kleinen Aufenthalt. Soos stürzt mit seinem Pferd senkrecht in eine Grube, gelangt aber wieder heil heraus. Reiten in dunkelster Nacht weiter. Sehen am Horizont überall Feuerschein aus Ortschaften, die von Russen eingenommen oder auch solchen, die von verräterischen Einwohnern nach festge- setztem Schlüssel in Brand gesteckt worden sind. Stimmung ernst. AlleVeranlassung dazu. Dochim Gefühl erfüllter Pflicht, nach bestem Ermessen gehandelt und nichts versäumt zu haben, gibt's keinerlei Desparation. Gegen Mitternacht ist dieser abenteuerliche Ritt zu Ende. Kommen in Medyka an." (Es war zugleich mein letzter Ritt, was ich damals allerdings nicht im entferntesten ahnte.) ,,Von Medyka fahren wir mit Separatzug nach Przemysl, kommen 2 Uhr nachts an. Essen am Bahnhof mit Heißhunger den ersten warmen Bissen. Nachricht, daß inAbendstunden russische Infanterie- truppendivision aus der Gegend Krakowiec gegen Südwesten, also quer durch die Rückmarschzone der Armee, im Anmärsche sei! Das wäre katastrophal! Aber ich glaub's nicht! Woher sollte eine In- fanterietruppendivision kommen? Ausgeschlossen ist's aber nicht, daß die Kosakendivision, die sich schon wiederholt geltend gemacht hat, Sklolinie durchbrochen und jetzt in den Trains ravagiert. Ich versuche noch in der Nacht vom Festungs- und vom 3. Armeekom- mando, das in Przemysl anwesend, Verifizierung dieser Nachricht zu bekommen, und lasse an Kolonnenkommandanten telegraphieren." Der 13. September war der schwerste Tag meiner ganzen Kam- pagne, ein wahrer 13er! ,,14. September. Ich treffe Boroevid und dessen Generalstabschef Boog. vSind ganz wohlgelaunt. Haben eben leichteres Spiel. 3. Armee 365
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Aus Österreichs Höhe und Niedergang Eine Lebensschilderung
Title
Aus Österreichs Höhe und Niedergang
Subtitle
Eine Lebensschilderung
Author
Auffenberg von Komarów
Publisher
Drei Masken Verlag München
Location
München
Date
1921
Language
German
License
PD
Size
13.4 x 21.6 cm
Pages
536
Categories
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